Türkei Tote bei schwerem Erdbeben an der Ägäisküste

Von red/dpa/AP 

Ein schweres Erdbeben hat die türkische Ägäisküste erschüttert und eine Frau ist gestorben. Das Beben hatte eine Stärke von 6,4 auf der Richter-Skala.

Die türkische Ägäisküste ist von einem Erdbeben erschüttert worden. Betroffen ist auch die griechische Insel Lesbos. Foto: InTime News 7 Bilder
Die türkische Ägäisküste ist von einem Erdbeben erschüttert worden. Betroffen ist auch die griechische Insel Lesbos. Foto: InTime News

Istanbul - Bei dem Erdbeben im Ägäischen Meer hat es eine Tote gegeben. Die Frau sei am Montag im Dorf Vrisa gefunden worden, nachdem ihr Haus nach der starken Erschütterung eingestürzt sei, erklärte der Bürgermeister der griechischen Insel Lesbos, Spyros Galinos.

Vrisa war von dem Erdstoß besonders stark getroffen worden. Die Behörden hatten zuvor mitgeteilt, dass sich mindestens zehn Menschen im Zuge des Bebens Verletzungen zugezogen hätten.

Das starke Erdbeben hat die Westküste der Türkei und die griechischen Inseln in der Ägäis erschüttert. Nach Angaben des Erdbeben-Monitors des Helmholtz-Zentrums in Potsdam hatte das Beben am Montag eine Stärke von 6,4. Das Zentrum lag in der Ägäis zwischen der griechischen Insel Lesbos und der türkischen Küstenmetropole Izmir. Die Stöße waren noch in der rund 330 Kilometer entfernten türkischen Millionenmetropole Istanbul und in der etwa 300 Kilometer entfernten griechischen Hauptstadt Athen zu spüren.

Vier Menschen verletzt

Der Rettungsdienst der Insel Lesbos teilte aber mit, bei dem Seebeben seien vier Menschen leicht verletzt worden. Auf Lesbos richtete das Beben außerdem Schäden an. In der Region der Ortschaft Plomari im Süden der Insel wurde nach Angaben von Vize-Bürgermeister Manolis Armenakas der Glockenturm einer Kirche schwer beschädigt. Mehrere Häuser wiesen Risse auf. Zudem gab es Erdrutsche, die zum Teil Straßen versperrten, wie der Lokalpolitiker weiter mitteilte. „Die Menschen sind fast alle auf die Straße gerannt“, berichteten Augenzeugen aus Lesbos im Fernsehen.

Der Gouverneur der türkischen Provinz Izmir, Erol Ayyildiz, sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, nach ersten Erkenntnissen gebe es weder Opfer noch Schäden zu beklagen. Das Hauptbeben ereignete sich vor der Küste des Bezirks Karaburun in der Provinz.

Bezirksbürgermeister Muhammet Özyüksel sagte dem Nachrichtensender CNN Türk, das Beben habe etwa 15 bis 20 Sekunden gedauert und sei sehr stark gewesen. „So einen Stoß habe ich noch nie erlebt. Ich habe gedacht, das Gebäude stürzt ein“, sagte er mit Blick auf die Bezirksverwaltung. CNN Türk berichtete, in Karaburun seien nach dem ersten Beben drei Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 4,9 verzeichnet worden. Auch an der türkischen Ägäis-Küste berichteten Augenzeugen, Menschen seien in Panik auf die Straßen gerannt.

Dehnungsbeben mit Epizentrum in zehn Kilometern Tiefe

Die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad gab die Stärke des Hauptbebens am Montagnachmittag mit 6,2 an. Die US-Erdbebenwarte USGS bezifferte es mit 6,3.

Der Seismologie Marco Bohnhoff vom Helmholtz-Zentrum in Potsdam sagte, es habe sich um ein sogenanntes Dehnungsbeben gehandelt, bei dem sich die obere Erdplatte in diesem Fall in Richtung Nord-Süd ausgedehnt habe. Das Epizentrum habe in zehn Kilometern Tiefe gelegen. Ein Beben in dieser Tiefe werde auch in mehreren hundert Kilometern Entfernung gespürt. Man müsse mit Nachbeben von einer Stärke bis 5 Grad rechnen. Beben dieser Art würden in dieser Gegend etwa zweimal im Jahr registriert.

Im europäischen Raum kommen die meisten Erdbeben in Griechenland, den südlichen Teilen des Balkans sowie im Westen der Türkei vor. Auch Italien und der westliche Balkan sind besonders betroffen. Der größte Teil der schweren europäischen Beben ereignet sich nahe den Rändern von Afrikanischer und Europäischer Platte. Dort kann es zu Spannungen kommen, die zu Beben führen.