Tumultartige Szenen bei Kickers-Niederlage Viel Hektik und noch mehr Enttäuschung

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Ein Erfolg wäre ein Befreiungsschlag gewesen, zumindest aber ein Riesenschritt Richtung Regionalliga-Klassenverbleib. Doch den Stuttgarter Kickers gelingt es einfach nicht, nach einem Sieg im nächsten Spiel nachzulegen.

Josip Landeka: Sein Tor wurde vom Schiedsrichter aberkannt, und gegen den FC Nöttingen am kommenden Sonntag  fehlt der Verteidiger gelbgesperrt. Foto: Baumann
Josip Landeka: Sein Tor wurde vom Schiedsrichter aberkannt, und gegen den FC Nöttingen am kommenden Sonntag fehlt der Verteidiger gelbgesperrt. Foto: Baumann

Wetzlar - Rainer Lorz könnte ein Buch schreiben. Ein Buch über seine Leiden mit den Stuttgarter Kickers. Mit dem 0:1 (0:0) beim SC Teutonia Watzenborn-Steinberg wäre ein weiteres unrühmliches Kapitel hinzugekommen. „Uns bleibt wirklich nichts erspart“, stöhnte der Präsident der Blauen nach dem Schlusspfiff der Regionalligapartie im Sportpark Wetzlar.

Schiedsrichter entschuldigte sich nach dem Spiel

In der hektischen Nachspielzeit nahm Schiedsrichter Simon Karcher (SV Spielberg) den vermeintlichen Ausgleichstreffer von Josip Landeka auf Betreiben seines Mannheimer Assistenten Dennis Boyette zurück. Er hatte auf eine Abseitsposition von Shqipon Bektashi entschieden, obwohl dieser laut Lorz weder in der Schussbahn stand noch eine aktive Bewegung zum Ball machte. „Wir haben uns die Aufnahmen angeschaut. Die Entscheidung war ein Witz, der Schiedsrichter hat sich danach auch entschuldigt, doch das bringt uns leider nichts“, ärgerte sich der Kickers-Chef. Im Zuge der tumultartigen Szenen mit Rudelbildung sah Landeka seine fünfte Gelbe Karte. Ein Fan lief zudem aufs Spielfeld und schlug einen Ordner um. Die restlichen Anhänger der Blauen rüttelten am Zaun. Die Nerven lagen blank, weitere Ausschreitungen blieben aber aus.

Lorz: „Jetzt wird es sehr schwer für uns“

Bei allem Ärger: Die Kickers tun gut daran, die Schuld für den verpassten Befreiungsschlag im Kampf gegen den Abstieg bei sich selbst zu suchen. Wer bei einem Fast-Absteiger zum Teil slapstickartig „drei hundertprozentige“ und „drei tausendprozentige Torchancen“ (Trainer Tomasz Kaczmarek) vergibt, wer den Ball beim entscheidenden Gegentor von Barbaros Koyuncu (51.) durch einen nicht einmal gut geschossenen Freistoß durch die Mauer kullern lässt, muss sich zwingend an die eigene Nase fassen. „Es ist ernüchternd, diese drei eminent wichtigen Punkte liegen gelassen zu haben“, sagte Lorz – und ergänzte: „Wir schaffen es einfach nicht, zwei Punktspiele hintereinander für uns zu entscheiden. Jetzt wird es sehr schwer für uns.“

Kaczmarek verspricht Reaktion schon in Ravensburg

An diesem Mittwoch (17.30 Uhr) geht es bei Oberligist FV Ravensburg um den Einzug ins WFV-Pokal-Finale. Kaczmarek verspricht: „Wir werden in der englischen Woche eine Reaktion.“ Ob Lhadji Badiane am Ball sein kann, ist fraglich. Der Stürmer klagte beim Aufwärmen in Wetzlar über ein Ziehen im Oberschenkel und pausierte. Am Sonntag (14 Uhr) gastiert dann Schlusslicht FC Nöttingen im Gazistadion. Danach sind die Blauen spielfrei, ehe Trier (13. Mai) kommt und es am Ende zu 1899 Hoffenheim II (20. Mai) geht.

Stuttgarter Kickers - Regionalliga

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