Tumulte in Stuttgarter Freibad Hausverbote sind nur schwer durchzusetzen

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In Stuttgarts Freibädern geht es rauer zu. Das beklagen die Verantwortlichen. Gegen Störer werden Hausverbote verhängt. Was bringt diese Sanktion?

Das Bäderpersonal bekommt in diesem Sommer Unterstützung. Foto: dpa
Das Bäderpersonal bekommt in diesem Sommer Unterstützung. Foto: dpa

Stuttgart - Die Stuttgarter Bäderbetriebe verzeichnen in diesem Sommer wohl nicht nur Besucherrekorde. Auch ein negativer Rekord steht in Aussicht: „Wir werden wohl deutlich mehr Haus- und Badeverbote verhängen als in den Vorjahren, bislang sind es schon 48 in dieser Saison“, sagt der Sprecher des Bäderbetriebes, Jens Böhm. Die Zahl der Hausverbote ist für ihn ein Beleg dafür, dass es in den Freibädern ruppiger zugeht.

Die Verbote seien jedoch nur schwer durchzusetzen, räumt Böhm ein. „Wir machen ja keine Einlasskontrollen“, sagt er. Wenn ein Badegast als schwierig bekannt sei, dann falle das vielleicht noch dem Personal in einem Bad auf, wenn er wieder und wieder versuche reinzukommen. Jedoch müsse er nur das Bad wechseln, und schon würden die Chancen sinken, ihn zu erwischen, wenn er gegen das Hausverbot verstoße. „So richtig Wirkung hat das eigentlich erst, wenn er wieder erwischt wird. Dann kann es auch angezeigt werden als ein Verstoß gegen das Hausverbot“, erläutert Jens Böhm.

Auch die Polizei schaut nun in den Bädern vorbei

Im vergangenen Jahr verhängten die Stuttgarter Bäder 86 Hausverbote, 2017 waren es 127. Im Jahr 2016 traf die Sanktion 99 Badegäste, 2015 wurden 108 mal Hausverbote ausgesprochen.

Die Sicherheit in den Freibädern ist seit dem Wochenende verstärkt im Fokus, weil es am Samstag im Inselbad in Stuttgart-Untertürkheim zu Tumulten gekommen war. Eine Gruppe Jugendlicher im Alter von 15 bis 17 Jahren befolgte die Anweisungen des Personals nicht. Sie hatten verbotenerweise auf der Liegewiese Fußball gespielt. Als man sie wegschickte, widersetzten sie sich und es kam zur Auseinandersetzung mit dem Personal, das dann die Polizei zur Unterstützung anforderte. Fortan sollen nun in den städtischen Bädern wieder Sicherheitsdienste patrouillieren. Außerdem will die Polizei Präventivstreifen in die Bäder schicken, die häufiger auffallen. Das seien das Inselbad in Untertürkheim und das Höhenfreibad Killesberg.

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