Turnen – Bundesliga TSV Berkheim will das Beste draus machen

Auch auf Sophie Spohn kommt es jetzt noch mehr an. Foto: Georg Hrivatakis

Die Bundesliga-Turnerinnen des TSV Berkheim treten nach einigen Hiobsbotschaften personell dezimiert zum zweiten Saisonwettkampf an.

Reporter: Sigor Paesler

Die Turnerinnen des TSV Berkheim sind Ende April mit dem fast schon sensationellen vierten Platz in ihre zweite Bundesliga-Saison gestartet. Serienmeister MTV Stuttgart war nur einen Rang besser. Der Jubel war groß, der Stolz auch. Die erturnten Punkte könnten auch deshalb noch besonders wertvoll sein, weil die personelle Situation vor dem zweiten Wettkampf an diesem Samstag (17 Uhr) in der Backnanger Murrtal-Arena gelinde gesagt bescheiden ist. Das Motto: Den verbliebenen Turnerinnen, die nun an mehr Geräten als geplant zum Einsatz kommen, den Rücken stärken, so gut abschneiden wie möglich und hoffen, dass die lange Phase bis zum dritten Wettkampf im Oktober in Ketsch reicht, damit die meisten Verletzungen auskuriert sind.

 

Berkheims Trainer Gerhard Weber hatte sich das ganz anders vorgestellt. Dass er im lange geplanten Urlaub nicht ohne Kontakt zu den Turnerinnen daheim bleiben würde, war klar. In den vergangenen Tagen aber war die Verbindung zwischen Berkheim und dem Westen der USA besonders eng. Vor allem zwischen Weber und Christa Kröll sowie Denise Herrmann, die das Team vor und während des Wettkampfs in Backnang betreuen – mit dem vollsten Vertrauen des Chefcoaches versteht sich. „Wir besprechen das natürlich“, erklärt Kröll, spricht von einem „Worst Case“, betont aber auch, „dass die anderen Turnerinnen dann eben einspringen müssen – wir stehen voll hinter ihnen.“ Bisher schon war es ja die Stärke des Berkeimer Teams, dass die Leistungsträgerinnen viele Punkte holten, aber alle ihren wichtigen Teil beitrugen.

Anni Bantel zieht sich Muskelfaseriss zu

Der Reihe nach: Es war bekannt, dass die italienische Spitzenturnerin Irene Lanza nach dem Auftakt-Wettkampf in Mannheim ihre Karriere beenden und damit nicht mehr zur Verfügung stehen würde, ebenso, dass Carina Kröll mit Knieproblemen und Michelle Timm, die sich in Mannheim beim Aufwärmen die Achillessehne riss, länger ausfallen. Dann kam aber noch eine Verletzung bei Amelie Berczes dazu – und am Anfang der Woche diese Hiobsbotschaft: Top-Talent und Bundesliga-Punktegarant Anni Bantel hat sich am Wochenende bei der EYOF-Qualifikation in Frankfurt einen Muskelfaseriss zugezogen. Damit wird die 14-Jährige am Samstag ihrem Berkheimer Team fehlen und auch ihre Teilnahme am European Youth Olympic Festival – abgekürzt EYOF – Ende des Monats in Osijek in Kroatien ist stark gefährdet. Die Olympischem Spiele der Junioren wären ein Highlight für sie. Es ist Bantels erste größere Verletzung und ein kleiner Rückschlag, nachdem es zuletzt für sie nur bergauf gegangen war.

„Anni war an allen vier Geräten eingeplant und ist natürlich nicht zu ersetzen“, erklärt Christa Kröll. Das gilt freilich auch für Lanza, auf deren Fehlen sich die Berkheimer jedoch lange vorbereiten konnten. Über den Kontakt von Krölls Tochter Carina, die bis zum Ende ihrer internationalen Karriere für das österreichische Nationalteam gestartet war, wurde Katrin Palicka aus dem Nachbarland verpflichtet. Sie wird zwar nicht ganz so stark wie Lanza eingeschätzt, dürfte aber einige Punkte im Vierkampf beisteuern.

„Es wird nicht ganz leicht, ein Team zusammenzubekommen“, sagt Christa Kröll und bastelt mit fernmündlicher Unterstützung an Lösungen. Klar ist jedenfalls, dass nun Turnerinnen wie Sophie Spohn und Anna-Marlen Piee, die sonst für ein oder zwei Geräte eingeplant sind, an mehr Stationen zum Einsatz kommen. „Alle Teams haben ihre Probleme, aber uns trifft es schon besonders hart“, sagt Kröll – versprüht aber Optimismus. Der wird auch daraus genährt, dass sich das Berkheimer Team mit dem fast schon sensationellen Ergebnis beim Saisonstart in Mannheim einen gewissen Puffer erturnt hat.

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