Turnhallenmangel auf den Fildern Wann bekommen Sportler mehr Platz?

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Seit Langem klagen Vereine, dass sie zu wenige Hallenzeiten haben. Bereits seit 2011 ist eine neue Großturnhalle in Stuttgart-Fasanenhof angedacht – aber noch immer nicht gebaut. Nun kommt Bewegung in die Sache.

Die Basketballer der SVM würden von der neuen Halle profitieren. Foto: Pressefoto Baumann
Die Basketballer der SVM würden von der neuen Halle profitieren. Foto: Pressefoto Baumann

Fasanenhof - Der Bedarf ist unumstritten: Auf der Filderebene fehlt es an Sporthallen – und vor allem an wettkampftauglichen Einrichtungen. Dieser Mangel war auch im jüngsten Bürgerhaushalt wieder einmal Thema. Die seit Langem geplante Großfeldhalle auf dem Fasanenhof könnte die Lösung sein. Doch bis die fertig ist, dauert es noch.

Welche Forderungen hat es im Bürgerhaushalt gegeben?

Dietmar Hauber, Abteilungsleiter und Trainer bei den Stuttgarter Kickers, brachte einen entsprechenden Vorschlag ein. Unter der Nummer 51942 erklärte er, dass es nicht genügend Hallenkapazitäten gebe. Sportler müssten nach Sillenbuch oder Vaihingen ausweichen. Hauber plädierte für eine zweite Halle im Rembrandt-Schulzentrum. Dafür gibt es bisher aber noch keine Pläne.

Was ist auf dem Gelände der Fasanenhofschule geplant?

Auf dem Fasanenhof soll eine neue Großturnhalle entstehen, mit Wettkampfmaßen für Basketball und mit einem Zuschauerbereich für bis zu 150 Personen. Davon soll vor allem die Sportvereinigung Möhringen profitieren, denn die vereinseigene Halle hat keine aktuellen Wettkampfmaße mehr. Zudem ist eine neue Hausmeisterwohnung für die Fasanenschule geplant. Dafür werden die derzeit bestehende Turn- und Versammlungshalle sowie der Atriumbau mit Hausmeisterwohnung vollständig abgerissen. Die gemeinderätlichen Ausschüsse beschäftigen sich in dieser Woche mit dem Thema.

Profitiert auch die Schule von der neuen Großturnhalle?

Die Fasanenhofschule ist seit September 2013 eine reine Grundschule im Ganztagsbetrieb. „Die Themen Bewegung und Sport finden sich im pädagogischen Konzept wieder und sind fester Bestandteil des rhythmisierten Ganztags“, heißt es in der Gemeinderatsvorlage. Eine neue Turnhalle ermögliche es der Schule, die Sport- und Bewegungsphasen im Unterricht und bei unterrichtsbegleitenden Angeboten qualitativ zu verbessern.

Wie soll die neue Großturnhalle aussehen?

Der Entwurf stammt von dem Stuttgarter Architekturbüro Dasch, Zürn und Partner. Die neue Halle öffnet sich mit einer großzügigen Verglasung zum neuen Hauptplatz und Pausenhof im Osten. Die Fasanenhofschüler gelangen durch einen überdachten Eingang direkt vom Hauptgebäude in die Halle. Die Vereinssportler haben einen eigenen Zugang, der sich auf der Westseite außerhalb des Schulgeländes befindet. Die Hallenebene liegt unter dem Niveau des Vorplatzes und nimmt damit den vorhandenen Höhenversatz im Gelände auf. Damit kann die Halle sowohl von der Ost- als auch von der Westseite barrierefrei erschlossen werden. Daraus ergeben sich im Tribünenbereich zwei gestaffelte Sitzreihen. Das Gebäude ist baurechtlich als reine Turnhalle und nicht als Versammlungsstätte geplant.

Wie umweltfreundlich ist der Bau des neuen Hauses?

Um die Anforderungen der Energieeinsparverordnung und des Energieerlasses der Stadt Stuttgart zu erfüllen, werden auf dem Dach der Turnhalle eine Photovoltaik- und eine Solarthermie-Anlage errichtet. Dabei wird sogar das Dreifache der für das Projekt notwendigen Fläche mit Photovoltaik-Modulen belegt, mit einer Spitzenleistung von etwa 45 Kilowatt. Vor der Halle selbst ist ein weniger umweltfreundliches Betonpflaster geplant. Dieser Belagsteppich kann dafür aber für Veranstaltungen oder auch für den Unterricht genutzt werden. Der vorhandene gesunde Baumbestand bleibt in weiten Teilen erhalten. Während der Bauarbeiten wird er geschützt. Zwei Bäume müssen umgepflanzt werden. Für notwendige Fäll- und Rodungsarbeiten wird neu gepflanzt.

Wie hat sich das Projekt entwickelt und was kostet es?

Das Projekt hat eine lange Geschichte. Bereits 2011 legte ein Architekturbüro eine Machbarkeitsstudie vor. In dieser wurde die Wirtschaftlichkeit von drei verschiedenen Neubauvarianten im Vergleich zu einer Sanierung der bestehenden Turn- und Versammlungshalle untersucht. Die Studie zeigte, dass eine Sanierung der bestehenden Turnhalle sich nicht rentiert. 2014 schrieb die Stadt das Projekt aus. Im Februar 2015 kürte ein Preisgericht denn Entwurf des Stuttgarter Architekturbüros Dasch, Zürn und Partner zum Sieger. Auch der Gemeinderat goutierte den Entwurf. Allerdings stellten die Stadträte im Doppelhaushalt 2016/2017 kein Geld bereit. Sie berücksichtigten das Projekt erst im Doppelhaushalt 2018/2019. Erst danach nahm das Hochbauamt die Planungen wieder auf.

Der Baubeschluss ist nun für November dieses Jahres vorgesehen. Die neue Großturnhalle könnte dann im dritten Quartal 2021 fertig werden. Die Verwaltung rechnet mit Nettogesamtkosten von 8,805 Millionen Euro.

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