Echterdingens Schlussmann Marko Gaspar kann das 1:0 für den MTV Stuttgart durch Fabio Baldi (links) nicht verhindern. Foto: Günter Bergmann
Nach dem Kellerduell der Fußball-Landesliga zwischen dem TV Echterdingen und dem MTV Stuttgart atmet ein Akteur nach einem Fehlschuss am Ende doch noch auf.
Es war eine dieser Begegnungen, die die Trainer ratlos und grübelnd zurückgelassen hat. Nach dem letztlich gerechten 1:1 im Landesliga-Kellerduell zwischen dem TV Echterdingen und dem MTV Stuttgart stellten sich nämlich sowohl Heimtrainer Daniel Heisig als auch Gästecoach Björn Lorer nach dem Abpfiff die gleiche Frage: „Hat uns das Remis etwas gebracht?“ Die Antwort lautet: ja, zumindest ein Stückweit. Auch wenn das Ziel beider Übungsleiter mit ihren Teams der Dreier war.
Die Gastgeber aus Echterdingen wollten sich bis auf neun Punkte vom Vorletzten MTV distanzieren, den Abstand zum SC Geislingen (hatte bereits am Samstag 0:2 verloren) auf dem Relegationsplatz auf sechs Punkte anwachsen lassen. Die West-Stuttgarter ihrerseits mit Geislingen gleichziehen. Wie gesagt, daraus wurde auf beiden Seiten nichts, kein Plan ging auf. Vielmehr war es für die Sonntags-Kontrahenten das Spiel der kleinen Schritte. Echterdingen hat den Vorsprung auf Geislingen immerhin auf vier Zähler ausgebaut, der MTV hat zu diesem bis auf zwei Punkte aufgeschlossen – alles ist in den verbleibenden fünf Spieltagen also noch möglich.
Steffen Schmidt und dem TVE gelang spät der Ausgleich. Foto: Günter Bergmann
Ärgerlicher war der verpasste Dreier sicherlich für die Gäste vom Kräherwald. Diese standen mit einer Fünfer-Abwehrkette geballt vor dem eigenen Strafraum, boten den Gastgebern kaum Räume an, präsentierten sich aufmerksam und zweikampfstark. Zudem hatten sie gute Konteransätze. Und gerade Letzteres hat MTV-Coach Lorer mächtig geärgert. Es blieb nämlich meist bei den Ansätzen. „Wir sind vor allem im ersten Abschnitt in viele Umschaltmomente gekommen, sind dann schlampig geworden und haben uns selbst der Möglichkeiten beraubt“, sagt Lorer.
Ähnlich – wenn auch weniger häufig – stellte sich die Situation nach der Pause dar. Mit einer Ausnahme: In Minute 72 steuerte Till Flach alleine auf das Hausherren-Tor zu. Er schloss aber viel zu früh ab und verlegte das Spielgerät neben das Tor – es war die 100-prozentige Möglichkeit der Gäste, um auf 2:0 zu stellen. Ein Fehlschuss, der sich noch hätte rächen können. Denn in der 77. Minute leistete MTV-Schlussmann Niklas Wegner in Co-Produktion mit einem eigenen Abwehrspieler Hilfestellung beim Hausherren-Ausgleich.
Treffender gesagt: Sie rannten sich an der Strafraumgrenze gegenseitig um. Das Spielgerät kullerte daraufhin zu Caglar Celiktas, der es problemlos ins verwaiste Gehäuse zum späteren 1:1-Endstand schob. Weil Celiktas Minuten zuvor per zweifelhaftem Foulelfmeter am glänzend reagierenden Wegner scheiterte und die Hausherren in der Schlussphase durchaus noch gute Einschussmöglichkeiten hatten – unter anderem schoss Marlon Herderich völlig unbedrängt deutlich übers Tor – haderte Heisig mit dem Ergebnis: „Ärgerlich, wir hätten das Ding durchaus noch gewinnen können.“ Gleichwohl er die erste Hälfte der Seinen nicht vergessen hatte. „Lethargisch, ohne Bewegung und ballverschleppend haben wir da gespielt“, hat der TVE-Coach richtig erkannt. Nach der Pause sei das Team aktiver gewesen. Wie gesagt, sein Gegenüber Lorer haderte zwar über die ausgelassenen Konterchancen, atmete aber letztlich dann doch durch. „In der Vergangenheit haben wir ähnlich verlaufende Spiele noch verloren, dieses Mal hat es wenigstens zum Punkt gereicht.“ Die Basis dazu legte Fabio Baldi mit seinem Treffer in der 15. Minute. Nach einem Eckball von Joel-Noah Graham köpfte er am langen Pfosten völlig freistehend ein.
Bevor die Partie angepfiffen wurde, gab es eine Gedenkminute für den vor kurzem nach langer, schwerer Krankheit verstorbenen Leon Holzschuster. Er gehörte der Echterdinger U-23-Mannschaft an. Die Heimelf spielte gegen den MTV Stuttgart zudem mit Trauerflor.
Michael Deutsche (Nominierung 2) war einer der wenigen im Echterdinger Team, der schon in der ersten Hälfte viel in Bewegung, stets anspielbereit waren und viel versuchte. Sicherlich, ihm ging auch so mancher Pass runter. Aber wie gesagt, er war 90 Minuten lang auf Achse, während die meisten seiner Mitspieler das Beinwerk erst nach der Pause richtig aktivierten.
Spieler des Spiels beim MTV Stuttgart
Daniel Mägerle (Nominierung 1) stach aus einer starken MTV-Verteidigung heraus. Er war voll konzentriert und vereitelte so manche Chance der Gäste im Ansatz. Unter anderem in der zweiten Hälfte mit einer „Monstergrätsche“ gegen den einschussbereiten Florian Dölker
TV Echterdingen:Gaspar – Heinrich, Kuhn, Milutinovic (87. Lucov) – Handanagic (73. Marc Mägerle), Deutsche, Schmidt, Pirracchio – Dölker (64. Kalchschmidt), Celiktas, Oguz (73. Herderich).
MTV Stuttgart:Wegner – Janzen, Graham (74. Primorac), Daniel Mägerle, Gaiser, Chelidonopoulos – Wiese (54. Trabelsi), Henscke (66. Inal), Flach, Baldi (80. Triantafillou) – Hahn.