TV-Jubiläum von Dallas 20 Jahre Fanclubchronik

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Wahre Fans haben ob der nur mühsamst kaschierten Auferstehung zwar auch einen Moment lang geschluckt, doch die Kröte tapfer hinuntergewürgt. Thomas Plehwe, als Medientechniker in den Diensten des Südwestrundfunks längst dem Kinderglauben entwachsen und selbst Vater zweier Töchter, ist auch von Zweifeln gestreift worden, doch dann stand für ihn fest: "Es war richtig, den Bobby wieder zu holen!"

Schließlich sind es ja auch äußerliche Attribute gewesen, die die Hackordnung im Hühnerkral der Southfork Ranch unterstrichen haben: J.R.'s Stetson mit verziertem Hutband kontra Bobbys naturwüchsigen Pennälerschopf - das war (und sollte sein) wie Macho kontra Lockenbubi.

Die Amis, so berichtet Präsident Plehwe, haben sich während der nunmehr auch schon 20 Jahre dauernden Fanclubchronik ziemlich spröde gegenüber den Wünschen und Anregungen aus Old Germany gezeigt. Das galt etwa für die in der Präambel der Vereinsregularien festgezurrte Forderung von deutscher Seite, die Dreharbeiten zu Dallas wieder aufzunehmen. Auch sei die Eröffnung einer Fanclubfiliale in den Staaten daran gescheitert, dass die Produktionsfirma zu sehr dreinreden wollte.

Schwelgen in alten Zeiten

Also mussten sich die Dallasfreunde hierzulande selbst Mut machen. So hefteten sie sich das Verdienst an die Südstaatenweste, die TV-Filme "J.R. kehrt zurück" (1996) und "Kampf bis aufs Messer" (1998) mit angestoßen zu haben. Und Ölmagnat J.R.Ewing, der - man staune! - inzwischen für Solarstrom wirbt, soll tatsächlich in einigen Jahren auf die US-Mattscheiben zurückkehren. Nämlich dann, wenn es gilt, die Nachfolgegerangel der "Next Generation" unterm Dach der Southfork Ranch in Szene zu setzen. Freilich, so heißt es, muss da erst ein Pilotfilm den Quotentest bestehen.

Selbst in der Hand hätten es indes die deutschen Dallasianer prinzipiell, im eigenen Land und unter musealem Vorzeichen, einen Nachbau der legendären texanischen Ranch inklusive Bohrturm zu errichten. Für das "ehrgeizige Unterfangen" (Plehwe) müsste allerdings erst einmal eine Geldquelle angezapft werden, die so üppig sprudelt wie weiland das Öl in Texas. Und so räumt der Heslacher ein, dass die Idee auch nicht ganz so ernst gemeint sei.

Mangels einer bis dato real existierenden Ranch, sind die Fans zu den Jubiläumsfeierlichkeiten am Samstag erst einmal ins weitläufige Areal des Heslacher Waldheims droben auf dem Dachswald ausgewichen. Bei Spareribs auf dem Grill und den flatternden Stars and Stripes im Wind, bei Countrymusik der schwäbischen Silverados und Chili Õ la Miss Ellie, bei einer zwar legeren, aber von deutlicher Huthäufung bestimmten Kleiderordnung schwelgte eine knappe Hundertschaft von Fans in alten Zeiten - und hoffte auf bessere Zeiten, was das Fortdauern der Dallas-Herrlichkeit betrifft.

 




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