TV-Jubiläum von Dallas Dallas -Faszination des Trivialen

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Für Susi Elsner, die am Wochenende extra aus Mecklenburg-Vorpommern angereist ist, setzte das texanische Serienfieber noch zu DDR-Zeiten ein. Den Bannstrahl des Regimes gegen das dekadente Westfernsehen, so erzählt die 42-Jährige, habe ihr Vater mit einer Hausantenne Marke Eigenbau und einem Konverter unterlaufen.

 

Und dank eines handelsüblichen zehnpoligen Überspielkabels aus dem Baumarkt sei es auch möglich gewesen, sämtliche Dallas-Folgen via Kassettenrekorder als Hörspiele zu konservieren. Die Rostockerin, die noch ganze Dialoge aus dem Gedächtnis hersagen kann, hat sich vor sechs Jahren ihren "allergrößten Traum" erfüllt. Keine Frage, dass dies nur eine Reise nach Dallas gewesen sein konnte ...

Warum sich die Serienfans so ausdauernd von der Seifenoper einseifen lassen, müsste am besten Gerald Sartisson wissen. Er ist nicht nur selbst Betroffener von Jugendbeinen an, sondern hat auch vor 15Jahren an der Uni Bochum eine Magisterarbeit mit dem Titel "Dallas -Faszination des Trivialen" vorgelegt. In der mit einer glatten Eins bewerteten Arbeit hat er die Person J.R., die verschachtelten Handlungsmuster und die Vorwegnahme vieler, heute üblicher dramaturgischer Standards als die wesentlichen Pluspunkte herausgehoben.

Für den Fanclubpräsidenten Thomas Plehwe aber wird es ganz allmählich Zeit, sich dem Allerheiligsten seiner Passion zu nähern. Denn die Southfork Ranch kennt er bisher nur vom Hörensagen.




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