TV-Komödie im ARD Was machen Frauen morgens um halb vier?

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Der Film „Was machen Frauen um halb vier?“ mit Christine Hobmeier ist so gut, dass er wochenlang sogar im Kino lief. Nun kommt die nicht undramatische Komödie um die alleinerziehende Bäckerin Franzi Schwanthaler ins ARD-Abendprogramm.

Wie im Alptraum: die Schauspielerin Brigitte Hobmeier am frühen Morgen Foto: BR
Wie im Alptraum: die Schauspielerin Brigitte Hobmeier am frühen Morgen Foto: BR

München - Eigentlich hätte der Film ja schon im vergangenen Jahr im Dezember in der ARD laufen sollen, als bayerisches Schmankerl für die Vorweihnachtszeit. Dann aber kam alles anders. Als der Bayerische Rundfunk Matthias Kieferauers Komödie „Was machen Frauen morgens um halb vier“ im Sommer 2012 beim Filmfest München zeigte, war die Resonanz beim Publikum so groß, dass danach ein Filmverleih eine kleine süddeutsche Kinoauswertung anbot.

Und so wurde die nicht undramatische Komödie um die alleinerziehende Bäckerin Franzi Schwanthaler, die sich in ihrer Kleinstadt gegen einen Brezen und Semmeln billig in Osteuropa produzierenden Backshop zu behaupten versucht, zuerst in ausgewählten Lichtspielhäusern gezeigt, bevor sie heute Abend im TV zu sehen sein wird. „Normalerweise funktioniert es eher so, dass Kinofilme, die wir als Partner koproduziert und finanziert haben, anschließend im Fernsehen ausgestrahlt werden,“ erklärt Birgit Metz von der BR-Redaktion Spiel-Film-Serie. „Dieses Mal wurde ein fürs Fernsehen vorgesehener Film zuerst im Kino gezeigt. Wir haben natürlich auch so gerne zugestimmt.“

Ins Kino kamen 25 000 Zuschauer, um die Münchner Ausnahmeschauspielerin Brigitte Hobmeier als kämpferische Kleinunternehmerin zu sehen, für die Fernsehausstrahlung wagt man beim Sender noch keine Prognose. Ist so eine Zusammenarbeit für beide Seiten hilfreich, sind die Grenzen, zwischen der großen und der kleinen Filmkunst längst fließend geworden? „Das wäre schön, wenn man das so sagen könnte“, sagt Birgit Metz. „Viele Regisseure, mit denen wir arbeiten, sind ja in Fernsehen und Kino tätig“. Die Beobachtung, dass Koproduktionen zwischen Kino und Fernsehen immer häufiger vorkommen, sei jedenfalls durchaus richtig. „Insgesamt werden die Kassen nicht voller, da braucht es starke Partner. Wenn Sender und Produzenten zusammenarbeiten, hat man eine größere Chance, das nötige Gesamtbudget aufzubringen, als wenn man es alleine versucht. Bei Kinofilmen trägt der Produzent das Risiko und ist für die Finanzierung verantwortlich. Ohne das Fernsehen als Koproduzenten würden viele deutsche Kino-filme aber gar nicht stattfinden“ – unter anderen wurden in der Vergangenheit die Filme „Das Leben der Anderen“, „Das weiße Band“ und „Liebe“ vom Bayerischen Rundfunk koproduziert – und später allesamt mit Oscars ausgezeichnet.

Im Kino interessieren große Bilder, im TV Details

Das Gros der deutschen Kinofilme, sagt die gebürtige Berlinerin, habe eine durchschnittliche Besucherzahl von ungefähr 25 000 Zuschauern. Eine Fernsehausstrahlung zum Beispiel einer Mittwochskomödie im Ersten erreiche hingegen im Durchschnitt drei Millionen Zuschauer. „Das bedeutet natürlich auch, dass die künstlerischen Produktionen dadurch eine viel größere Relevanz bekommen. Es ist uns wichtig, da zu unterstützen, und das gilt für den Arthouse-Bereich genauso wie für das kommerzielle Kino.“

Natürlich, erklärt Metz, gebe es Formate, Genres und Erzählmuster, die in einem der beiden Medien besser funktionierten. Manche Filme bräuchten aus ästhetischer Sicht und vom Erzählrhythmus her die große Leinwand viel stärker als andere. Komödien hingegen, die von den Charakteren getragen werden, „in denen nicht unbedingt erzählende Landschaften der Protagonist sind“, seien überaus bildschirmtauglich. „Und was Krimis angeht, sind die Deutschen gewöhnt, diese im Fernsehen zu sehen und gehen dafür selten ins Kino.“