TVB Stuttgart So geht der TVB Stuttgart mit seiner Schieflage um

Linksaußen Daniel Fernandez gerät ins Straucheln – ein Bild mit Symbolcharakter für die aktuelle Situation beim TVB. Foto: Baumann

Nach 2:8 Punkten in der Handball-Bundesliga ist beim TVB die Erkenntnis gereift, das Team zu verstärken, um stabiler zu werden. Klar ist aber auch, dass Trainer Michael Schweikardt auf dem Prüfstand steht.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Es war zwar erst der fünfte Spieltag in der Handball-Bundesliga. Was aber nichts daran änderte: Die Partie gegen die HSG Wetzlar war ein Schlüsselspiel für den TVB Stuttgart. Kein Wunder, dass Geschäftsführer Jürgen Schweikardt unmittelbar nach der 23:26-Heimniederlage und nun 2:8 Punkten ziemlich angefasst wirkte. Mit einer Nacht Abstand gab er sich dann aber wieder gewohnt sachlich, analytisch und richtete den Blick nach vorne: „Wir wussten, dass eine solch schwierige Situation entstehen kann, jetzt gilt es, an den richtigen Reglern zu drehen.“

 

Klar ist: Der TVB hat endgültig erkannt, dass er sein instabiles Team verstärken muss. Und zwar ganz konkret auf der Rückraum-Mitte-Position. Wobei Schweikardt betont: „Das Ganze muss gut durchdacht sein, wir müssen etwas Sinnvolles finden und werden keinen Schnellschuss machen.“ Namen will er grundsätzlich nicht kommentieren, auch nicht den von Tim Kneule (38), der im Sommer seine Karriere bei Frisch Auf Göppingen beendet hat.

Warum der TVB vor dem DHB-Pokal-Zweitrundenspiel an diesem Mittwoch (19 Uhr) bei Zweitligist HSC 2000 Coburg so in die Bredouille gekommen ist, liegt auch am Verletzungspech und dabei vor allem am Kreuzbandriss von Spielmacher Max Häfner. Seinen Ersatzmann, den ungarischen Nationalspieler Egon Hanusz, musste man zu Benfica Lissabon ziehen lassen. Und auch wenn es im Verein keiner bestätigen wird, dies lag nicht zuletzt an der Insolvenz des früheren Sponsors Wohninvest, die nach Informationen unserer Redaktion ein Loch im hohen sechsstelligen Bereich in die TVB-Kasse riss.

Dafür kann der Verein nichts. Was aber Fragen aufwirft, sind die Neuzugänge, zumindest ein Teil davon. Der spanische Spielmacher Bruno Reguart (21) konnte bisher nicht einmal ansatzweise zeigen, dass er sich in der Bundesliga durchsetzen wird. Zuletzt schmorte er nur noch auf der Bank, Linksaußen Patrick Zieker sprang auf der Mitte ein. Torwart Luka Krivokapic (22) konnte als Nachfolger von Silvio Heinevetter (39) noch keinerlei Akzente setzen, Linkshänder Achilleas Toskas (20) traut sich noch zu wenig zu, der Grieche konnte den Ausfall von Rotsünder Kai Häfner (35) gegen Wetzlar, wie nicht anders zu erwarten, nicht kompensieren. Auch der im Februar 2024 verpflichtete Rückraumspieler Ante Ivankovic (24) war bisher nicht in der Lage, eine zentrale Rolle auszufüllen, wie er das zuvor bei seinem slowenischen Ex-Club RK Celje tat.

Natürlich braucht solch ein Umbruch Zeit, gerade mit jungen ausländischen Spielern, doch letztendlich ist es die Aufgabe des Trainers Michael Schweikardt, möglichst schnell das Optimale aus dem Potenzial der Mannschaft herauszuholen. „Am Ende ist Michael der Hauptverantwortliche. Er steht in den nächsten Wochen in der Pflicht, die Entwicklung der Mannschaft einzuleiten“, sagt sein Bruder Jürgen.

Der Geschäftsführer sagt bewusst nicht – zu punkten. Denn das wird in den nächsten sechs Bundesligaspielen äußerst knifflig: Es geht nach Kiel, Lemgo, Hannover und Berlin und daheim gegen Melsungen und Magdeburg.

Termine

Pflichtspiele
SC DHfK Leipzig – TVB Stuttgart 33:24, TVB – SG Flensburg-Handewitt 25:39, HC Erlangen – TVB 25:26, TVB – VfL Gummersbach 28:35, TVB – HSG Wetzlar 23:26, HSC 2000 Coburg – TVB (2. Oktober, 19 Uhr/DHB-Pokal, zweite Runde), THW Kiel – TVB (5. Oktober, 19 Uhr), TVB – MT Melsungen (10. Oktober, 19 Uhr), TBV Lemgo Lippe – TVB (20. Oktober, 16.30 Uhr), TVB – SC Magdeburg (27. Oktober, 15 Uhr), TSV Hannover-Burgdorf – TVB (31. Oktober, 19 Uhr), Füchse Berlin – TVB (24. November, 16.30 Uhr), TVB – HSV Hamburg (28. November, 19 Uhr), TVB – Frisch Auf Göppingen (5. Dezember, 19 Uhr), SG BBM Bietigheim – TVB (9. Dezember, 19.30 Uhr), TVB – 1. VfL Potsdam (27. Dezember, 19 Uhr). (jüf)

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