TVB Stuttgart unterliegt VfL Gummersbach Totalabsturz vor der Pause raubt jede Chance auf Punkte

Große Enttäuschung bei TVB-Kapitän Patrick Zieker nach der Partie. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Was für ein Riesendämpfer für den TVB Stuttgart: Ein 0:9-Lauf vor der Halbzeit bricht dem Handball-Bundesligisten das Genick. Am Ende steht gegen den VfL Gummersbach eine bittere 28:35-Heimniederlage.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Patrick Zieker trottete mit betretener Miene Richtung Kabine: „Dieser Totalaussetzer vor der Pause raubte uns jede Chance. Wir sind zurückgelaufen wie aufgescheuchte Hühner“, sagte der Kapitän des Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart nach der 28:35-Heimniederlage gegen den VfL Gummersbach. Er sprach von den letzten zehn Minuten in der ersten Halbzeit, die schlimmer für den TVB nicht hätten laufen können. „Ich bin sehr enttäuscht und habe keine Erklärung für den Zusammenbruch vor der Pause. Wir müssen uns deutlich, deutlich steigern, wenn wir punkten wollen“, sagte ein geknickter Trainer Michael Schweikardt.

 

Bis zum 9:9 war Patrick Zieker vor den 3546 Zuschauern in der Porsche-Arena als Spielmacher auf dem Feld gestanden. Dann löste ihn Bruno Reguart ab. Den folgenden Absturz sämtlicher Systeme nur auf den 21-jährigen Spanier zu schieben, wäre sicher mit Blick auf den Rest der viel zu fahrigen Truppe nicht fair. Doch Fakt ist: Die unzähligen leichtfertigen Fehler des TVB ließen den VfL – auch ohne den verletzten Nationalspieler Julian Köster – dank zahlreicher Tempogegenstöße und einem 9:0-Lauf mit einer 18:9-Führung in die Kabine gehen.

Rückzugsverhalten dilettantisch

Nach der Pause kam das Schweikardt-Team auf 21:26 (52.) heran. Durch ein dilettantisches 7:6-Überzahlspiel, was das Rückzugsverhalten betrifft, verspielte der TVB ein besseres Ergebnis. Wie die vielen Bälle regelmäßig ins leere TVB-Tor segelten, hatte fast schon was von Comedy.

Der TVB steht nun bei 2:6 Punkten. Nicht auszudenken, wenn die diesmal so zahmen Wild Boys ihr vergangenes Auswärtsspiel beim HC Erlangen nicht mit 26:25 gewonnen hätten. Doch der neuerliche kolossale Rückschlag lässt den Druck auch so stark ansteigen: Bereits am Sonntag (16.30 Uhr/Posche-Arena) gegen die HSG Wetzlar muss der TVB ein komplett anderes Gesicht zeigen. „Das ist ein unglaublich wichtiges Spiel für uns. Da müssen zwei Punkte her“, forderte Rückraumspieler Kai Häfner.

Schon vor dem Spiel hatten sich die schlimmsten Befürchtungen im Fall von Jonas Truchanovicius bestätigt: Der TVB-Rückraumspieler muss zum dritten Mal am Kreuzband operiert werden.

Torschützen

TVB Schöttle 7, K. Häfner 6, Pribetic 5, D. Fernandez 3, Rubin 2, Röthlisberger 2, Ivankovic 1, Laube 1, Serrano Villalobos 1.

VfL Mahé 7, Milos Vujovic 7/1, Vidarsson 6, Häseler 4, Pregler 4, Schluroff 3, Horzen 2, Kodrin 1, Tskhovrebadze 1.

Termine

Pflichtspiele
SC DHfK Leipzig – TVB Stuttgart 33:24, TVB – SG Flensburg-Handewitt 25:39, HC Erlangen – TVB 25:26, TVB – VfL Gummersbach 28:35, TVB – HSG Wetzlar (29. September, 16.30 Uhr), HSC 2000 Coburg – TVB (2. Oktober, 19 Uhr/DHB-Pokal, zweite Runde), THW Kiel – TVB (5. Oktober, 19 Uhr), TVB – MT Melsungen (10. Oktober, 19 Uhr), TBV Lemgo Lippe – TVB (20. Oktober, 16.30 Uhr), TVB – SC Magdeburg (27. Oktober, 15 Uhr), TSV Hannover-Burgdorf – TVB (31. Oktober, 19 Uhr), Füchse Berlin – TVB (24. November, 16.30 Uhr), TVB – HSV Hamburg (28. November, 19 Uhr). (jüf)

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