Geschäftsführer Jürgen Schweikardt streicht die positive Entwicklung unter Trainer Misha Kaufmann (re.) heraus. Foto: IMAGO/Lobeca
Geschäftsführer Jürgen Schweikardt spricht vor dem Spiel des TVB Stuttgart beim Bergischen HC über die Erfolgsserie, die schwache Ausbeute in Auswärtsspielen und die neue Saison.
Der Handball-Bundesligist TVB Stuttgart will am kommenden Sonntag (16.30 Uhr) beim Bergischen HC den ersten Auswärtssieg der Saison holen. Geschäftsführer Jürgen Schweikardt sagt, was ihn optimistisch stimmt.
Herr Schweikardt, vor der zweiwöchigen Spielpause würde sich der erste Auswärtssieg im 15. Anlauf in dieser Saison doch anbieten?
Oder auch, das siebte Spiel in Folge nicht zu verlieren. Am besten trifft beides ein.
Was stimmt Sie optimistisch?
Wir müssen einfach unseren Weg weitergehen. Wir waren schon so oft nah dran, und fünfmal hat es in fremder Halle ja auch immerhin zu einem Unentschieden gereicht. Und positiv ist doch auch, dass wir von den acht Spielen im Jahr 2026 nur eines verloren haben – und das bei Meister Füchse Berlin. Das zeigt: Wir haben uns deutlich sichtbar stabilisiert und entwickelt, das wollen wir fortführen.
Woran liegen die auffallend vielen Unentschieden in der Liga?
Ganz sicher an der Ausgeglichenheit. Zuletzt holte Eisenach einen Punkt in Kiel. Der Prozess, dass alles immer enger zusammenrückt, scheint gar nicht zu enden. Ob du beim Neunten auswärts spielst oder beim Letzten, macht fast keinen Unterschied. Das macht diese Liga so unglaublich spannend.
Ihr Winter-Neuzugang Marco Mengon fällt mit Kreuzbandriss lange aus. Werden Sie für die neue Saison daher noch einmal auf dem Transfermarkt tätig?
Möglicherweise ja, wir stehen aber nicht unter Druck und glauben, dass unser Kader den Ausfall verkraften kann, bis Marco wieder zurückkommt. Wir halten die Augen offen. Wenn etwas wirklich Sinn ergibt und es finanzierbar ist, dann kann es gut sein, dass noch etwas passiert.
Lenny Rubin steht in Verhandlungen mit Kadetten Schaffhausen. Foto: IMAGO/Oliver Vogler
Ihr Rückraumspieler Lenny Rubin verhandelt nach unseren Informationen mit Kadetten Schaffhausen. Kann es sein, dass er aufgrund der Mengon-Verletzung vielleicht doch beim TVB bleibt?
Das ist aktuell kein Thema für uns. Die Entscheidung, dass er uns verlässt, ist im Januar getroffen worden.
Ich hoffe und glaube auch fest, dass es beide packen. Ich finde, das steigert die Bedeutung für unsere Sportart im Großraum Stuttgart zusätzlich. Je mehr Derbys es gibt, umso mehr wird berichtet, umso mehr Menschen in der Region beschäftigen sich mit Handball. Früher gab es ein Nord/Süd-Gefälle. Wir holen immer mehr auf.
Warum gelingt es in der wirtschaftsstarken Region aber nicht, ein Spitzenteam zu etablieren?
Es gibt enorm viel Konkurrenz – nicht nur im Handball. Wir haben den VfB, die Kickers, die Ludwigsburger Basketballer, die Volleyballerinnen von Allianz MTV und so weiter und so fort. Das gibt es zum Beispiel in Flensburg nicht. Deshalb ist es kein Selbstläufer, dass sich in einer wirtschaftsstarken Region automatisch ein Spitzenteam etabliert. Das würde im Umkehrschluss ja bedeuten, dass in allen Sportarten Teams aus München, Frankfurt oder Hamburg ganz oben stehen müssten. Oder nehmen Sie Berlin – in der Hauptstadt gibt es auch kein Team, das im Fußball um die deutsche Meisterschaft spielt. Es gibt einfach so extrem viele Faktoren, das Thema ist enorm vielschichtig.