Gutes Tun und dabei gut aussehen. Das ist das Motto des Tweed Run: am Sonntag, 25. September, wird stilvoll geradelt und gespeist, zugunsten von „Hilfe für den Nachbarn“. Mitradler können sich noch anmelden.

Lokales: Sybille Neth (sne)

Stilvoll auf dem Rad: So präsentiert sich der Tweed-Run. Wie der Name schon sagt, ist die Veranstaltung very British, denn auf der Insel gibt es sie seit 2009: Radeln im Outfit der wie 1920er Jahre und dabei an der einen oder anderen Genuss-Station pausieren. Dustin Clare und seine Mitstreiter im gemeinnützigen Verein Stuttgart Charity Society e.V. brachten die Idee vor zehn Jahren an den Neckar. Im Vordergrund steht freilich gar nicht das Tweed-Jacket, die Knickerbockers, der Kellerfaltenrock und die Schiebermütze, sondern das soziale Engagement. Im guten Zwirn wird geradelt für den guten Zweck. Dieses Mal für die Benefizaktion der Stuttgarter Zeitung „Hilfe für den Nachbarn“ e.V. Vor Corona hatten die Tweed-Runner 2019 schon einmal 5 000 Euro für die Spendenaktion gesammelt.

Erst mal wird gefrühstückt

Am 25. September gehen die Radler wieder an den Start und zwar im Hof des alten Waisenhauses vor dem Weltladen (Charlottenplatz 17) ist der Treffpunkt. Aber bevor sie in die Pedale treten wird zwischen 9.30 und elf Uhr unter freiem Himmel erst einmal gefrühstückt. Kurzentschlossene können sich da noch anmelden und das Startgeld in Höhe von 40 Euro bezahlen (im Vorverkauf kostet es 35 Euro). Dafür gibt es auf der Tour durch den Rosensteinpark bis nach Mühlhause und zurück zum Charlottenplatz einiges Wohltuende für Magen, Augen und Ohren: Sekt wird schon zum Frühstück ausgeschenkt, zum Lunch gibt es Austern oder Vegetarisches und zum Abschluss wieder am Charlottenplatz klingt der gemeinsame Tag aus, und zwar mit einer Tombola. Die fünf Euro für ein Los, können sich durchaus lohnen. Es gibt Restaurantgutscheine, Weinpräsente, Taschen, ein Tour de France Trikot mit Autogramm, Bartpflegemittel und vieles mehr zu gewinnen.

Viele Sponsoren machen das Event möglich

Gutes Tun soll Freude machen, so ist das Motto. Dustin Clare und Florian Dittrich habe in den vergangenen Monaten eine stattliche Zahl von Sponsoren für den Tweed Run gewinnen können. Sie alle zusammen machen das Event möglich, vor allem verhelfen sie dem 20er-Jahre-Radeln – auch modernen Rädern – den Spendeneffekt. Vom Startgeld gehen 15 Euro als Spende an „Hilfe für den Nachbarn“ und somit eins zu eins an die bedürftigen Menschen in Stuttgart und der Region, denn die Aktion hat keine Verwaltungskosten. Diese werden alle von der Stuttgarter Zeitung übernommen.

Wenn das Geld nicht für Kinderschuhe reicht

Nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über gehen bei der Stuttgarter Zeitung Spendenanträge der karitativen Organisationen ein: Für den Rentner, der den Eigenanteil an der Zahnarztrechnung nicht bezahlen kann, für die allein erziehende Mutter, die eine finanzielle Unterstützung braucht, weil ihre Kinder neue Schuhe benötigen, für die Jugendliche, die einen Laptop für die Schule kaufen muss oder für die Familie, der die Stromsperre droht, weil sie die Nachzahlung beim Energieanbieter nicht aufbringen kann. Viele Spendenempfänger leben am oder sogar unter dem Existenzminimum und dies obwohl sie einer Arbeit nachgehen – aber damit zu wenig Geld verdienen, um davon leben zu können.

Autofahrer zum Lächeln bringen

Neben dem Benefiz-Gedanken wollen die Tweed Run- Organisatoren auch das Radfahren in Stuttgart populärer machen. Clare und Dittrich nutzen im Alltag selbst das Rad als Verkehrsmittel: „Ich würde gerne noch mehr mit dem Fahrrad machen und würde mir eine radfreundlichere Stadt wünschen“, sagt Dittrich.

Bis zu 200 Radler und Radlerinnen können beim Tweed Run mitmachen. Diese Zahl war schon einmal mit 180 Teilnehmern fast erreicht. „Bei mehr als 200 Leuten können wir das wegen der Straßenverkehrsordnung nicht mehr managen“, erklärt Clare. Gerne hätte er noch mehr Leute dabei, aber so eine Gruppe muss zum Beispiel gemeinsam eine Straße überqueren. So sind die Bestimmungen. „Und wir wollen die Autofahrer nicht verärgern, sondern ihnen in Lächeln ins Gesicht zaubern“, betont Clare. Das ist ihnen bei früheren Tweed Runs gelungen: „Wir wurden oft aus dem Auto raus fotografiert“. Das entspricht ganz dem Motto des Tweed Run: Gutes tun und dabei auch noch gut aussehen!

Alle Informationen über die Teilnahme unter: Stuttgart Charity Society e.V. https://scs-ev.org