U12 Stuttgart-Dürrlewang Galileistraße bleibt vorerst eine Holperstrecke

Der neue Bordstein ist bereits fertig. Doch weil die Gleisbauarbeiten noch nicht abgeschlossen sind, müssen Autofahrer  den Gehweg mit nutzen. Foto: Alexandra Kratz
Der neue Bordstein ist bereits fertig. Doch weil die Gleisbauarbeiten noch nicht abgeschlossen sind, müssen Autofahrer den Gehweg mit nutzen. Foto: Alexandra Kratz

Die Stuttgarter Straßenbahnen bauen im Gewerbegebiet Vaihingen den neuen U-12-Streckenast. Autofahrer klagen über Holperstrecken. „Die neu eingerichtete provisorische Einbahn-Fahrspur ist dermaßen schlampig hingeklotzt, dass sie nur von geländegängigen SUVs risikolos befahren oder im Suff mit 120 Stundenkilometern überflogen werden kann“, sagt ein Anwohner.

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Vaihingen - Hans Martin Wörner spricht von einem Leidensweg. Wer mit dem Auto auf der Galileistraße unterwegs sei, sollte am besten einen geländegängigen Wagen haben, findet der Mann aus Dürrlewang. Denn die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) bauen im Gewerbegebiet Vaihingen-Möhringen den neuen U-12-Streckenast, der von der Haltestelle Am Wallgraben bis nach Dürrlewang führt.

„Verärgert, aber schicksalhaft ergeben, erleiden Autofahrer zyklisch wechselnde Einbahnregelungen, Sperrungen und Umleitungen“, sagt Wörner. Er gibt zu, dass die SSB immer wieder „detailliert“ informieren, „vor neuen Unannehmlichkeiten warnen“ und um Verständnis bitten. Aber seit Ende September habe sich die Lage zwischen der Schulze-Delitzsch-Straße und dem Uranusweg dramatisch verändert. „Die neu eingerichtete provisorische Einbahn-Fahrspur ist dermaßen schlampig hingeklotzt, dass sie nur von geländegängigen SUVs risikolos befahren oder im Suff mit 120 Stundenkilometern überflogen werden kann.“ Der Oberflächenbelag übertreffe sogar den Zustand der Rüttelstrecke Obere Herschelstraße bei Weitem.

Gehwehnasen geplant

Der SSB-Projektleiter Marco Saturno kann sich vorstellen, was genau Hans Martin Wörners Unmut erregt. Er sagt: „Das war leider nicht anders möglich.“ Saturno verweist auf einen Baustellenplan, der den Abschnitt zwischen der Schulze-Delitzsch-Straße und dem Uranusweg zeigt. Auf diesem sind fünf rot schraffierte Kästchen zu sehen. „Das sind Provisorien“, erklärt Saturno. In diesen Bereichen gibt es künftig sogenannte Gehwegnasen. Das heißt, dass der Gehweg ein wenig in die Straße hineingezogen wird. Das macht man beispielsweise, damit Fußgänger eine bessere Sicht beim Überqueren der Fahrbahn haben oder damit die Autos langsamer fahren.

Doch wegen der Baustelle müssen die Autofahrer derzeit einen Teil des künftigen Wegs mit nutzen. Sonst wäre es zu eng. Das bedeutet aber auch, dass die Autofahrer in den fünf schraffierten Bereichen den bereits gebauten zwölf Zentimeter hohen Bordstein überwinden müssen. Darum haben die SSB diese Bereiche mit Asphalt aufgeschüttet, sodass eine Schräge entsteht. Ein Ingenieur habe diese Provisorien abgenommen und bestätigt, dass diese sachgerecht eingebaut wurden, betont Saturno.

Gleisarbeiten dauern bis zum Februar

Seit dem 17. September ist die Galilei­straße in diesem Zustand. Am darauffolgenden Donnerstag ist Saturno wie jeden Donnerstag mit den Planern und Vertretern der ausführenden Firmen über die Baustelle gelaufen, um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist. „Wir haben noch einmal kritisch drüber geschaut. Dabei ist uns selbst aufgefallen, dass wir an zwei Stellen nachbessern sollten“, sagt der Projektleiter. Anfang Oktober sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein.

Mit den Provisorien selbst müssen die Autofahrer aber noch fast ein halbes Jahr lang leben. Denn die bleiben, bis die Gleisbauarbeiten abgeschlossen sind, und das sind sie planmäßig erst im Februar 2016. „Dieser Zustand ist nicht optimal“, gibt Saturno zu. Aber für eine Baustelle seien Asphaltaufschüttungen auch nicht unüblich. „Und anders wäre es nicht gegangenen. Denn später haben wir auf der Galileistraße kein Baufeld mehr.“ Den Randstein separat zu bauen, wäre nicht möglich gewesen. „Das wäre zu eng geworden. Daran hätten wir den Verkehr nicht mehr vorbeileiten können“, begründet der SSB-Projektleiter die Maßnahme.

Wegen der Baustelle gilt auf der Galilei­straße derzeit Tempo 30. Außerdem weist ein dreieckiges Zusatzschild auf die unebene Fahrbahn hin. „Man sollte da nicht durchheizen. Da tut man seinem Auto sicher nichts Gutes“, räumt Marco Saturno ein.




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