Ü40-Hallenfußball in Gechingen „Eine unglaubliche Geschichte“ – SG Aidlingen/Deufringen überrascht alle

Damit hatten sie selbst nicht unbedingt gerechnet: Die AH-Kicker von der SG Aidlingen/Deufringen sicherten sich den Turniersieg in Gechingen. Foto: privat

Das Finale des AH-Hallenfußball-Turniers in Gechingen bestritten zwei Außenseiter. Gesamtsieger SG Aidlingen/Deufringen verblüffte nicht nur die Zuschauer – sondern auch sich selbst.

Ja, was war denn das? Das Gechinger Ü40-Hallenturnier für AH-Fußballer stand ab der K.o.-Runde Kopf. Favoriten wie SV Deckenpfronn, GSV Maichingen, der TSV Merklingen mit dem ehemaligen Oberliga-Torjäger Wolfgang Buck als spielendem Torhüter und einem überragenden Edgar Panavas sowie die SF Gechingen, die in teils überragender Manier durch die Gruppenphase gekommen waren, schieden im Viertelfinale aus, stattdessen holte sich Außenseiter SG Aidlingen/Deufringen den großen Pokal.

 

„Eine unglaubliche Geschichte“, jubelte Teammanager Björn Bischoff vom Sieger. Voriges Jahr hatten er und seine Kameraden zum ersten Mal in Gechingen mitgemacht und keine einzige Partie gewonnen, „weil wir nicht klug gespielt haben“. Dieses Mal sah es anfangs so aus, als würde es direkt so weitergehen.

SG Aidlingen/Deufringen steht in der Gruppenphase vor dem Aus

Die Spielgemeinschaft aus dem Heckengäu rannte zum Auftakt der Gruppenphase gegen den TSV Schmiden voller Eifer nach vorne, verwertete ihre Chancen nicht und unterlag mit 0:2. Das folgende 4:2 gegen den SV Althengstett war dafür souverän, doch gegen die AH Jettingen verfiel die Truppe in alte Muster. „Die haben uns elegant auseinandergenommen“, kommentierte Bischoff das 1:4. „Da war das Turnier halb gegessen.“ Das 2:1 trotz Rückstand gegen den 1. FC SF Münklingen reichte aber gerade noch, um als zweitbester Gruppendritter weiterzukommen.

Im Viertelfinale ging es gegen den GSV Maichingen, der das Turnier zuletzt sogar zweimal in Serie gewonnen hatte und auch dieses Mal bislang drei Siege aus vier Vorrundenduellen vorweisen konnte. „Da haben wir es zum ersten Mal geschafft, diszipliniert hinten zu stehen und zu kämpfen“, analysierte Bischoff. Dem 0:0 nach der regulären Spielzeit ließ Aidlingen/Deufringen ein 4:3 im Neunmeterschießen folgen. „Die Halle hat sich gewundert – und wir uns auch.“

Das Halbfinale gegen die AH Jettingen verlief nach dem selben Schema. An deren Keeper Volker Flister war zuvor im Viertelfinale schon die spielerisch mit Abstand beste Mannschaft SV Deckenpfronn beim 5:6 nach Neunmeterschießen verzweifelt, und auch dieses Mal hielt er seinen Kasten bis zur Schlusssirene sauber. Weil das auch seinem Gegenüber Florian Fackelmeyer gelang, ging es wieder ins Neunmeterschießen, und das endete erneut 4:3 für die SG Aidlingen/Deufringen.

„Wir haben einen Lauf bekommen, und auch die kleinen Dinge haben jetzt funktioniert“, erzählt Björn Bischoff. Mindestens so überraschend wie der Finaleinzug der SG war auch jener des VfR Hirsau, der im Viertelfinale die SF Gechingen und im Halbfinale den TSV Schmiden ausgeschaltet hatte. Im Underdog-Endspiel führte das Team aus dem Schwarzwald, doch Balazs Venter – in der Hinrunde noch Trainer der Gechinger Aktiven – besorgte den Ausgleich, und seinem Kollegen aus gemeinsamen SFG-Landesliga-Zeiten, Jochen Lechthaler, gelang der Siegtreffer zum 2:1-Endstand.

Der SV Deckenpfronn (in Grün) war die spielstärkste Mannschaft, scheiterte aber im Viertelfinale an der AH Jettingen (in Dunkelblau). Foto: Albert Kraushaar

Einer, dessen spielerische Eleganz man gerne in der Schlehengäuhalle gesehen hätte, konnte nur als Zuschauer da sein. „Beruf, Verletzung und Skiurlaub haben leider verhindert, dass ich heute mit einer Mannschaft hier sein kann“, stellte Elvir Adrovic mit Bedauern fest. Dennoch mischten insgesamt 15 Teams mit. „In der heutigen Zeit ein Turnier mit so vielen AH-Mannschaften auf die Beine zu stellen, ist nicht alltäglich“, betonte Abteilungsleiter Stephan Funk von den SF Gechingen und freute sich, dass die Schiedsrichter ohne Zeitstrafe und Rote Karte durchgekommen waren.

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