Im Parkhaus des Sindelfinger Stern-Centers steht seit Monaten ein Porsche. Was ist da los?

Wer einen Porsche besitzt, der fährt in der Regel viel und gerne auch mal flott damit herum oder erfreut sich einfach am Anblick des schicken Flitzers. Wenn so ein Sportwagen mit dem Pferde-Logo einfach monatelang in der Parkgarage eines Einkaufscenters herumsteht und Staub ansetzt, dann fällt das doch eher auf.

 

Im Sindelfinger Stern-Center ist genau dies der Fall. Dort steht seit mindestens zwei Monaten ein Porsche 911 Cabrio der Generation 966. Die arme automobile Schönheit ist mittlerweile von einer dicken Staub- und Schmutzschicht bedeckt. Unzählige Passanten haben sich mit Schriftzügen und teils peinlich-pubertären Zeichnungen darauf verewigt, sodass der Wagen auch gut als eine Art anarchische Street-Art oder ein Kunstwerk von Joseph Beuys durchgehen könnte.

Seit 13. März ist die vom Stern-Center gesetzte Frist abgelaufen

Anders als bei einer Galerie gibt es für solche Fahrzeuge aber keinen roten Punkt, um anzuzeigen, dass das Kunstwerk verkauft ist. Stattdessen ziert ein roter Zettel mit freundlichem Hinweis der Center-Leitung die Windschutzscheibe. Darauf steht, dass der Besitzer oder die Besitzerin das Fahrzeug doch bitte bis zum 13. März von seinem Stellplatz wegfahren möge. Seitdem ist aber offenbar nichts passiert.

Über die Hintergründe kann man nur spekulieren – zumal bei der Polizei wohl weder eine Anzeige noch sonstige Informationen zu dem ausgesetzten Porsche vorliegen.

Center-Management schweigt, Abschleppen des Porsches droht

Eine Anfrage beim Center-Management hilft auch nicht wirklich weiter. „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns grundsätzlich nicht zu einzelnen Nutzern oder konkreten Parkvorgängen äußern werden“, teilt dort eine Pressesprecherin mit. Man könne nur so viel sagen: Die Situation werde im Rahmen der Parkhausordnung geregelt. Mit anderen Worten: Der Wagen wird wohl demnächst (oder wurde womöglich bereits) abgeschleppt.

Was danach mit ihm geschieht, ist schwer zu sagen. Nur eins ist jetzt schon ziemlich klar: Sollte am Ende doch noch jemand Besitzansprüche anmelden, dürfte eine saftige Parkrechnung fällig sein. Bei zwölf Euro Parkgebühren pro Tag sind das locker über 1000 Euro. Aber als Porschefahrer sieht man das ja vielleicht gelassen.