Böblingen Sechs Millionen Euro für marode Schulen
Böblingen nutzt die Ferien: Die Stadt baut, saniert und renoviert an insgesamt 13 Schulen. Das war teilweise überfällig.
Böblingen nutzt die Ferien: Die Stadt baut, saniert und renoviert an insgesamt 13 Schulen. Das war teilweise überfällig.
Während Schülerinnen und Schüler noch ihre Ferien genießen, wird in vielen Böblinger Schulen fleißig geschafft. Handwerker, Planer und Bauleiter nutzen die unterrichtsfreie Zeit, um Fachräume, Sporthallen und Toiletten zu sanieren und zu modernisieren.
Arbeiten, die dringend notwendig sind. Denn der Sanierungsstau ist in Böblingen, wie in anderen Kommunen auch, hoch. Viele Schulgebäude in der Stadt wurden Ende der 1960er Jahre errichtet. Jetzt sind sie in die Jahre gekommen und die Probleme brechen zeitgleich hervor.
Zuletzt machte etwa die Eichendorff-Schule mit einem inzwischen wieder geschlossenen Loch in der Wand eines Klassenzimmers von sich reden. Oder die Eduard-Mörike-Schule mit Turnhallen, die ob ihres Alters einen strengen Geruch absondern und in denen sich immer wieder Mäuse einnisten.
Die Stadt bemüht sich, diesen Herausforderungen Herr zu werden. Sie hat 2018 ein Schulhaussanierungsprogramm aufgesetzt, das sie nach und nach abarbeitet. Nun investiert Böblingen laut einer Pressemitteilung allein über die Sommermonate rund sechs Millionen Euro in die Modernisierung von Schulen und Sportstätten.
Die meisten Arbeiten werden laut Stadtsprecher Gianluca Biela bis Ende der Sommerferien fertig. Doch es gibt Ausnahmen, wie die Sanierung der Murkenbachhalle I oder die Erneuerung von Fachräumen am Max-Planck-Gymnasium (MPG). Beide Maßnahmen sind so umfangreich, dass sie mehr Zeit brauchen.
Mit einem Projektvolumen von rund 1,8 Millionen Euro lässt die Stadt bis Herbst am MPG unter anderem die Fachräume für Biologie und Physik auf den neuesten technischen Stand bringen. Parallel dazu erfolgt für 500 000 Euro die Sanierung der WC-Anlagen. Rund 2,5 Millionen Euro, steckt Böblingen in die Murkenbachhalle I. Wie berichtet, erhält die Sporthalle einen neuen Boden, neue Wände und neue Oberlichter. Sie wird voraussichtlich nach den Herbstferien wieder bespielbar sein.
Auf eine grundlegende Sanierung warten müssen hingegen die Turnhallen der Eduard-Mörike-Schule. Größere Baumaßnahmen könne die Stadt nicht zeitgleich durchführen und müsse priorisieren, sagt Stadtsprecher Biela, weil sie „weitaus mehr Planungs- und Koordinierungszeit benötigen und deutlich mehr finanzielle Ressourcen binden.“
Stattdessen hat sich die Stadt in den Sommermonaten neben Murkenbachhalle und MPG auf zahlreiche kleinere Maßnahmen fokussiert und einen Schwerpunkt auf technische Verbesserungen gelegt. So werden etwa bei der Eduard-Mörike-Schule (EMS) die Leitungen im Außenbereich saniert, um künftig Schäden durch Feuchtigkeit oder Rohrbrüche zu verhindern. Zudem bekommt sie, ebenso wie das Otto-Hahn-Gymnasium (OHG), für eine bessere Trinkwasserhygiene eine modernere Wasserversorgung.
Mehr Energieeffizienz erhofft sich die Stadt von einem neuen Belüftungssystem am Lise-Meitner-Gymnasium und einer neuen Heizungssteuerung an der Justinus-Kerner-Schule. An der Ludwig-Uhland-Schule wird zu diesem Zweck die Steuerung der Heizung, Lüftung und Beleuchtung modernisiert. Für ein besseres Raumklima lässt die Stadt in der Albert-Schweitzer-Realschule die ersten alten Fenster gegen neue mit modernem Sonnenschutz austauschen. An der Justinus-Kerner-Schule werden alle Süd-Fenster mit einer Wärmeschutzfolie versehen. Und die Lüftungsanlage in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums soll künftig auch kühlen können.
Mit der Nachrüstung der Brandmeldeanlage an der Paul-Lechler-Schule 2 und einer neuen Terrasse, die an der Turnhalle der Erich-Kästner-Schule als Fluchtweg dient, investiert die Stadt in die Sicherheit. Sie teilt zudem mit, dass die Brandschutzmaßnahmen am OHG demnächst abgeschlossen sind.
Auf ein frisches Aussehen und bestenfalls angenehmere Arbeitsatmosphäre dürfen sich die Schüler und Lehrer von acht Schulen freuen. An der Eduard-Mörike-Schule werden unter anderem 108 Betonpfeiler saniert und neu gestrichen. Die Ludwig-Uhland-Schule erhält einen neuen Loungebereich für Pausen, Gespräche und informelles Lernen.
An der Eichendorff-Schule werden zwei Fachräume neu ausgestattet, an der Justinus-Kerner-Schule sechs Klassenräume akustisch ertüchtigt, an der Friedrich-Silcher-Grundschule mehrere Klassenzimmer renoviert und am Otto-Hahn-Gymnasium zwei Lehrerzimmer grundlegend saniert. Das Lise-Meitner-Gymnasium und die Paul-Lechler-Schule 1 bekommen neue WCs.
Die Grundschule in Dagersheim gewinnt sogar ein ganz neues Stockwerk hinzu. Um dem „akuten Platzmangel“ zu begegnen wird für die Schülerbetreuung das Dachgeschoss des ehemaligen Rektorenhauses umgebaut und saniert.
Über all diesen Maßnahmen trohnt das neue, 75 Millionen Euro schwere, Schulzentrum Stockbrünnele. Bei dem hatte sich die Stadt gegen eine Sanierung und für einen Neubau entschieden. In wenigen Tagen, pünktlich zum neuen Schuljahr, nimmt es seinen Betrieb auf.
Schwippehalle und Turnhalle AEG
Außer der Murkenbachhalle setzt die Stadt an zwei weiteren Sportstätten Verbesserungsmaßnahmen um. An der Schwippehalle werden unter anderem die Transponderschließanlagen erweitert. Die Turnhalle des Albert-Einstein-Gymnasiums bekommt eine neue Beleuchtung, frische Duschpaneele und neue Waschtischarmaturen.
Grundschule Flugfeld
Nach den Sommerferien nimmt auf dem Flugfeld in Böblingen eine neue Schule ihren Betrieb auf: eine Grundschule in Trägerschaft des Internationalen Bundes (IB).