Überfall auf Willi Weber Polizei prüft Verbindung zu ähnlichem Fall im Stuttgarter Norden

Die Weber-Villa am Kräherwald – hier erbeuteten Unbekannte Bargeld und Schmuck im Wert von mehreren Hunderttausend Euro. Foto: Blaulichtzentrale.de / Andreas Werner

Nach dem Überfall auf Willi Weber in seiner Villa prüft die Polizei Verbindungen zu einem anderen Fall. Dabei gab es zuletzt sogar mehrere Delikte mit ähnlicher Handschrift.

Der Überfall auf den ehemaligen Michael-Schumacher-Manager Willi Weber in seiner Villa am Kräherwald zeigt Parallelen zu einer Reihe von Einbrüchen, welche die Stuttgarter Polizei seit Jahren in Atem hält. Die Ermittlungsgruppe „Titan“ wurde im September 2025 infolge eines Überfalls im Stuttgarter Norden gegründet – anlässlich eines Überfalls, der ganz ähnlich ablief wie der jetzt im Westen.

 

Die Täter drangen auch damals in eine Villa ein, sperrten die Bewohner ein – ebenfalls ein älteres Ehepaar – und zwangen sie, den Tresor zu öffnen. Die Beute: mehr als eine Million Euro.

Ermittlungsgruppe „Titan“

Auch Willi Weber fand sich bei dem Raubüberfall am Dienstag gefesselt wieder, auch er musste unter Gewalt und Drohungen Tresore öffnen, auch hier erbeuteten Unbekannte Schmuck und Bargeld im Wert von mehreren Hunderttausend Euro, wie die Polizei berichtete. Weber selbst schätzt den Wert sogar auf etwa eine Million Euro.

Ob das ein Zufall ist oder nicht, ist Gegenstand der aktuellen Ermittlungen. „Wir prüfen, ob zwischen diesem Fall und dem Fall der Ermittlungsgruppe ‚Titan’ ein Zusammenhang besteht“, sagt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Stuttgart auf Nachfrage unserer Redaktion.

Willi Weber wurde brutal überfallen. Foto: Ronald Wittek/dpa

Sollte der Weber-Fall ebenfalls auf dem Schreibtisch der Ermittlergruppe landen, könnte das womöglich neue Ansatzpunkte liefern. Im Moment sei aber selbst dies nicht gewiss, so die Sprecherin.

Dabei gibt es nicht nur den Fall im Stuttgarter Norden, sondern eine ganze Reihe an Fällen in der Region in den vergangenen Monaten, die zumindest dem Muster nach den aktuellen Raubüberfällen ähnlich sind. Immer sollen mehrere Täter am Werk gewesen sein, immer waren die Hausbewohner anwesend, häufig waren Wertsachen in Tresoren das Diebesgut.

Sechs Wochen vor dem Millionenraub im Norden wurde eine Seniorin am Eschenweg in Degerloch in ihrer eigenen Wohnung überfallen und mehrere Zehntausend Euro erbeutet. Das Opfer wurde auch hier gefesselt, die Täter bis heute nicht gefasst.

Weber nach Überfall im Gesicht gezeichnet

Auch weitere Fälle in Ludwigsburg und Esslingen, die sich in diesem Jahr ereignet haben, tragen eine ähnliche Handschrift. Gelöst wurde noch kein einziger. Ob sie irgendwie verbunden sind, ist auch nach Monaten intensiver Ermittlungen noch unklar.

Natürlich hofft auch Willi Weber, dass die Polizei rasche Erfolge verzeichnen kann. „Ich hoffe sehr, dass die Täter bald gefunden werden“, sagte Weber einen Tag nach dem Überfall. Er sei noch „völlig unter Schock“ gestanden. Wie jetzt herauskam, schlugen die Täter ihn während des Überfalls. Ein aktuelles Foto kursiert, das Willi Weber mit einem wüsten Hämatom am Auge zeigt.

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