Überfrachtung der Bildungspläne CDU gegen Leitprinzipien

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Die umstrittenen Leitprinzipien im Bildungsplan für die Schulen in Baden-Württemberg würden am besten abgeschafft. Das findet die CDU im Landtag. Sie schlägt vor: auf das Wesentliche zusammenstreichen und was übrig bleibt in den Bildungsplan integrieren.

Georg Wacker, der bildungspolitische Experte der Landtags-CDU, warnt vor zu komplexen  Vorgaben für die Lehrer. Foto: dpa
Georg Wacker, der bildungspolitische Experte der Landtags-CDU, warnt vor zu komplexen Vorgaben für die Lehrer. Foto: dpa

Stuttgart - Die CDU lehnt die vom Kultusministerium vorgesehenen Leitperspektiven weiterhin ab. Nach scharfen Protesten hatte die Landesregierung das Leitprinzip ‚ „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ modifiziert. Die Umbenennung der Leitprinzipien in Leitperspektiven bewerten der CDU-Fraktionschef Peter Hauk und sein Bildungsexperte Georg Wacker zwar als einen ersten Schritt zu einem Neustart, doch die sechs Leitperspektiven seien zu umfangreich. Das habe eine Expertenanhörung der CDU zum Bildungsplan ergeben. Die Perspektiven würden einen „zweiten Bildungsplan im Bildungsplan“ darstellen. Wacker ist es unverständlich, wie die Prinzipien in die Praxis umgesetzt werden sollten. Die CDU plädiert dafür, die Prinzipien zu reduzieren und in die Bildungspläne einfließen zu lassen.

Kritik übt die CDU auch an dem für die Gymnasien vorgesehenen neuen Fächerverbund Naturphänomene. Zurecht würden an anderen Schularten Verbünde abgeschafft, weil zu viel fachfremd unterrichtet würde, räumte der frühere Kultusstaatssekretär Wacker ein. Um so unverständlicher sei es, dass an Gymnasien ein neuer Verbund eingerichtet würde. In den „Naturphänomen“ soll in den Klassen fünf und sechs der Biologieunterricht aufgehen. Die CDU verlangt weiterhin eigenständigen Biologieunterricht von Klasse fünf an.

Zu wenig Schulstunden für die Realschule

Weiterhin verlangt die Opposition einen eigenständigen Bildungsplan für das Gymnasium. Ein „Abklatsch des neuen Bildungsplans für die Gemeinschaftsschulen“ reiche nicht aus. Besonders vermisst die CDU die Allgemeinbildung als Bildungsziel. Ferner sei die Stundenzuweisung für die verschiedenen Schularten „nicht akzeptabel“, sagten Hauk und Wacker. Die Realschule erhalte deutlich weniger Stunden als die Gemeinschaftsschule. Für Realschüler sehe das Kultusministerium 16 Prozent weniger Unterrichtsstunden vor als für Gemeinschaftsschüler.

Mit Benachteiligung der Realschule hat das laut Kultusministerium nichts zu tun. In Deutsch, Mathematik und Englisch hätten Gemeinschaftsschulen die gleiche Stundenzahl wie Realschulen. Jedoch erhalte die Gemeinschaftsschule zur Abdeckung des gymnasialen Profils weitere Stunden, beispielsweise für das Profilfach ab Klasse acht oder für die dritte Fremdsprache. Verwunderlich findet das Ministerium die Forderung nach dem Bildungsplan für Gymnasien. Es sei längst entschieden, dass G 8 einen durchgängigen eigenen Bildungsplan erhalte.