Überführung Kreuzfahrtschiff "Odyssey of the Seas" hat Nordsee erreicht

Die Odyssey of the Seas auf dem Weg Richtung Nordsee. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa Foto: dpa
Die "Odyssey of the Seas" auf dem Weg Richtung Nordsee. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Ein schmaler Weg durch das Binnenland führte die «Odyssey of the Seas» Richtung Nordsee. Wegen der Pandemie hatte das Spektakel nur wenig Zuschauer. Wie geht es weiter bei der kriselnden Meyer-Werft?

Papenburg - Der kriselnde Kreuzfahrtschiffbauer Meyer-Werft in Papenburg hat das erste Kreuzfahrtschiff in diesem Jahr in die Nordsee gebracht.

Die "Odyssey of the Seas" wurde von zwei Schleppern über die Ems gezogen und erreichte am Sonntagmorgen das niederländische Eemshaven. "Alles hat reibungslos geklappt", sagte Werftsprecher Florian Feimann am Sonntag. In der Nordsee werden nun Erprobungsfahrten unternommen, bevor das Schiff an die US-Reederei Royal Caribbean abgeliefert wird. Der 347 Meter lange Luxusliner soll rund 4280 Passagiere aufnehmen.

Für die Meyer-Werft war es die erste von zwei Überführungen in diesem Jahr. Wegen des Stillstands der Kreuzfahrtbranche in der Corona-Pandemie musste die Werft ihr Bautempo drosseln. Damit drohen Hunderte Arbeitsplätze verloren zu gehen. Meyer beschäftigte am Standort Papenburg etwa 4500 Menschen.

Nach Angaben des Betriebsrates will die Geschäftsführung 600 Jobs streichen. Von den übrigen Mitarbeitern verlange die Werft 200 Stunden unbezahlter Arbeit im Jahr, sonst müssten weitere 300 Personen gehen. Der Betriebsrat will dagegen um die Festangestellten kämpfen und fordert eine Reduzierung der Leiharbeit auf der Werft. Beide Seiten sollen sich bis Ende März einigen.

Die Überführung der Meyer-Kreuzfahrtschiffe aus dem Binnenland über die schmale Ems in die Nordsee zieht normalerweise Hunderte Schaulustige an. Dieses Mal seien es deutlich weniger gewesen, sagte der Werftsprecher. Die Werft kündigte die Überführung erst kurz vorher an: Der Anblick der Ozeanriesen auf der schmalen Ems lockt meist Tausende Schaulustige an - in Coronazeiten sollte ein großer Auflauf an den Deichen vermieden werden.

Die Ems muss für die Fahrten jedes Mal aufgestaut werden, dadurch verschlechtert sich die Wasserqualität. Umweltschützern ist das seit Jahren ein Dorn im Auge.

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