Mathematik, Deutsch und logisches Denken werden beim Potenzialtest geprüft. Foto: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow
Kinder ohne Grundschulempfehlung fürs Gymnasium können am 18. Februar über einen so genannten Potenzialtest versuchen, doch noch auf diese Schulform zu kommen. Aber wie viele Kinder werden das wirklich machen? Was über die Tests bekannt ist.
Daniel Hager-Mann, Amtschef im KultusministeriumBaden-Württemberg und Vertreter von Ministerin Theresia Schopper, hält es für eine realistische Schätzung, dass pro Gymnasium im Land etwa zehn bis zwölf Kinder zum Potenzialtest antreten. Das machte er beim Podiumsgespräch unserer Zeitung unter dem Titel „Bildungsreform in Baden-Württemberg – Was kommt nun auf Familien, Lehrkräfte und die Stadt zu?“deutlich. Die Zahl hatte zuvor Manfred Birk, geschäftsführender Schulleiter der Stuttgarter Gymnasien, in die Diskussion eingebracht.
Bislang haben neun Prozent eine Realschulempfehlung
Bislang hat sich die Schülerschaft an Gymnasien laut Hager-Mann so zusammen gesetzt: 90 Prozent hatten eine Gymnasial-, neun Prozent eine Realschul- und ein Prozent eine Hauptschulempfehlung. Diese zehn Prozent machten die Gruppe derer aus, die nun eventuell zum Potenzialtest antreten würden, so Hager-Mann.
Legt man diese Zahlen zugrunde, könnten sich für Städte wie Stuttgart mit hoher Gymnasiastenanzahl allerdings höhere Teilnehmerzahlen am Potenzialtest ergeben. In Stuttgart besuchen derzeit rund 16 000 Kinder und Jugendliche ein Gymnasium. Manfred Birk berichtete, dass die Schulen in diesen Tagen über den Ablauf der Tests vom zuständigen Regierungspräsidium informiert würden. An seiner Schule, dem Dillmann-Gymnasium, hätten sich gleich drei Kollegen gefunden, die die Tests korrigieren wollten. „Unsere Lehrerschaft ist sehr interessiert, ob die Ergebnisse des Potenzialtests mit dem zusammen passen, was sie in Klasse 5 beobachten“, so der Schulleiter.
Daniel Hager-Mann auf dem Podium unserer Zeitung. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski/Leif Piechowski
Potenzialtest entscheidet „endgültig“ über die Eignung fürs Gymnasium
Hoffnungen von Eltern, dass es viele Kinder durch den Test doch noch ans Gymnasium schaffen, erteilte Ministerialdirektor Hager-Mann eine Absage: „Ich gehe nicht davon aus, dass die überwiegende Anzahl der Kinder diesen bestehen werden“, so Hager-Mann. Eine konkrete Zahl habe er aber nicht im Kopf und es gebe auch keine „politischen Vorgaben“ für das Institut für Bildungsanalysen (IBBW), das den Potenzialtest erstellt.
Zum Inhalt des Tests sagte der Amtschef: „Es wird Aufgaben in Deutsch und Mathematik geben und einen überfachlichen Teil, der logisches Denken in den Blick nimmt.“ Letzteres sei eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg auf einem Gymnasium. Jeder Teil werde jeweils 20 Minuten in Anspruch nehmen.
Der Potenzialtest entscheidet laut Kultusministerium „endgültig“ über die Eignung fürs Gymnasium. Anmelden müssten Eltern ihre Kinder spätestens vier Schultage nach Ausgabe der Grundschulempfehlung beim gewünschten Gymnasium, heißt es auf der Homepage des Ministeriums. Der Test findet dann am 18. Februar statt. Nachholtermin ist der 25. Februar.