Übergewicht Diätshakes – wie sie beim Abnehmen helfen können

Shakes können beim Abnehmen helfen. Foto: KI/Midjourney/Montage: Ruckaberle

Diätpulver können helfen, Übergewicht zu reduzieren. Warum sie dennoch nicht bedenkenlos konsumiert werden sollten, erklärt eine Expertin.

Gesundheit für Menschen in Stuttgart: Carolin Klinger (klic)

An Übergewicht leiden laut Statistischem Bundesamt 62 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen in Deutschland. Abnehmen fällt vielen Menschen nicht leicht. Diätshakes werden als eine einfache Lösung angepriesen, doch helfen sie wirklich beim Abnehmen? Und sind sie auch gut für die Gesundheit? „Diätshakes sind keine Wundermittel und auch nicht für den Dauergebrauch geeignet. Doch sie können durchaus beim Abnehmen helfen“, sagt Ina Bockholt, Ernährungsexpertin bei Stiftung Warentest.

 

Die Verbraucherorganisation testete jüngst 20 auf dem Markt führende Shakes aus Drogerie, Apotheke und Onlineshops und kam zu dem Ergebnis, dass sie den Abnehmprozess unterstützen können – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Diätshakes allein reichen nicht – Ernährung und Sport gehören dazu

Die Shakes sind als Pulver erhältlich, lassen sich in Milch, Wasser oder Pflanzendrinks auflösen und sollen pro Portion eine komplette Mahlzeit ersetzen. Dem Nutzer ersparen sie langwieriges Kalorienzählen, denn jeder Shake sollte nicht mehr als 200 bis 250 Kilokalorien beinhalten. Die Anbieter raten, zwei Hauptmahlzeiten durch die Diätshakes zu ersetzen. „Es kann für viele Menschen eine Hilfe sein, denn abzunehmen ist ein sehr großes Projekt. Die Ernährung von einem Tag auf den anderen umzustellen ist schwierig, doch mit den zwei Shakes muss man sich nur noch um eine Mahlzeit kümmern“, sagt Bockholt. Vielen Menschen würde das den Einstieg in eine Ernährungsumstellung erleichtern.

Ina Bockholt ist Ernährungsexpertin bei Stiftung Warentest. Foto: Sandra Kühnapfel

Doch das ist auch der wichtigste Punkt, damit das Abnehmen mit Diätshakes gelingen kann: Die Drinks allein reichen nicht, eine Ernährungsumstellung und Sport bleiben den Nutzern dennoch nicht erspart. Die dritte Mahlzeit sollte also gesund, möglichst kalorienarm sein und den Körper mit möglichst vielseitigen Nährstoffen zu versorgen – also viel Vollkornprodukte und Pflanzenkost enthalten. Auf gesüßte Getränke sollte man verzichten und stattdessen zu Wasser, Tee oder Kaffee greifen. Wichtig sei es laut Bockholt aber auch, sich an die Anwendungsempfehlungen zu halten und nicht noch zusätzlich etwas zu essen. Dann würde man etwa 500 Kilokalorien weniger am Tag aufnehmen – und dadurch mit der Zeit Kilos verlieren.

Fünf Kilo in einem Jahr sind ein Erfolg

„Dadurch kann ein Erfolgserlebnis geschaffen werden, das eine Grundlage bildet“, erklärt Bockholt. Sie dämpft jedoch die Erwartung, dass die Shakes eine einfache Lösung ohne Verzicht darstellen: „Abnehmen macht Mühe.“ Außerdem brauche es Zeit, die man sich nehmen sollte: Fünf Kilo in einem Jahr zu verlieren, wäre laut der Expertin durchaus ein Erfolg. Dennoch wolle sie die Shakes nicht verteufeln: „Sie sind nicht teuer und haben im Gegensatz zu Medikamenten praktisch keine Nebenwirkungen.“

Doch das heißt nicht, dass alle getesteten Produkte auch bedenkenlos konsumiert werden können. Die Prüfung von Stiftung Warentest ergab nämlich, dass die Qualität vieler Produkte nicht stimmt: Manche wiesen hohe Gehalte an Chlorat, eines beinhaltete Aluminium und bei anderen wurde giftiges Kadmium, das auch belasteten Böden stammen kann, gefunden. Auch Enterobakterien, die zu Magen-Darm-Beschwerden führen können, und Schimmelpilze waren Bestandteile der Pulver.

Auf sinnvolles Ernährungskonzept umsteigen

Stiftung Warentest beanstandete zudem, dass einige Shakes irreführend deklariert wurden. Zum Beispiel zierten die Verpackungen Vanilleblüten, obwohl das Produkt keine Vanille beinhaltet. Wer es dennoch mit den Shakes versuchen will, sollte sich an die Testsieger halten: Stiftung Warentest empfiehlt das Produkt Optifast Drink von Nestlé – mit 2,78 Euro pro Portion der teuerste unter den getesteten Diätshakes. Der zweite Sieger ist der Diätdrink von Layenberger, der mit 67 Cent pro Portion eine kostengünstige Alternative darstellt. Am schlechtesten mit der Note mangelhaft schnitten die Produkte Slim Choco von Trinkkost und Meal Replacement Shake von Bodylab ab.

Ina Bockholt geht davon aus, dass die meisten Nutzer nach spätestens zwei Monaten auf die Shakes verzichten würden, weil die Nahrungsaufnahme sonst zu eintönig wäre. Im Anschluss daran rät sie, auf ein sinnvolles Ernährungskonzept umzusteigen. Stiftung Warentest empfiehlt nach einem Test von 15 verschiedenen Diätkonzepten fünf davon: die mediterrane Ernährung, die pflanzenbetont und vielseitig ist, Mischkost, bei der Gemüse, Obst und Vollkorn dominieren, Intervallfasten, wo Essen nur in bestimmten Zeitfenstern erlaubt ist, moderat Low Carb, wo Kohlenhydrate reduziert werden, oder die vegetarische Kost.

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