Übergriffe an Schulen Null Toleranz bei Gewalt gegen Lehrer

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Gewalt darf nicht zum Alltag an den Schulen werden, betont Kultusministerin Eisenmann. Experten beraten im Landtag, wie Übergriffe auf Lehrer vermieden werden können.

Kultusministerin Eisenmann will Lehrer gegen Gewaltakte unterstützen. Foto: dpa
Kultusministerin Eisenmann will Lehrer gegen Gewaltakte unterstützen. Foto: dpa

Stuttgart - Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) zeigt sich besorgt angesichts von Übergriffen auf Lehrer und beispielsweise Polizisten. Im Vorfeld einer Expertenanhörung im Landtag zum Thema Gewalt gegen Lehrkräfte an diesem Donnerstag, sagte Eisenmann unserer Zeitung: „Die Schule ist ein Ort an dem ein respektvolles Miteinander gelebt und gelernt wird. Eine fehlende Wertschätzung gegenüber den Lehrerinnen und Lehrern und gegenüber der Institution Schule dürfen wir nicht hinnehmen. Hier erwarte ich, dass Schule und Elternhaus an einem Strang ziehen.“

Eisenmann nannte es eine „besorgniserregende gesamtgesellschaftliche Entwicklung, dass neben Lehrkräften auch Berufsgruppen wie Polizisten, Rettungssanitäter, Ärzte und Feuerwehrleute zunehmend Übergriffen und Anfeindungen ausgesetzt seien.

Übergriffe an jeder sechsten Schule

Im vergangenen Jahr hatte eine Forsa-Umfrage des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) ergeben, dass in einem Zeitraum von fünf Jahren an jeder sechsten Schule im Südwesten Schüler gegen Lehrer gewalttätig geworden sind. Eisenmann sagte am Donnerstag „Übergriffe auf Lehrkräfte nehmen wir ernst, denn jeder Fall ist einer zu viel. Gewalt darf weder zum Berufsbild einer Lehrkraft gehören noch zum Alltag an unseren Schulen.“

Die Kultusministerin hatte bereits im vergangenen Jahr als Folge der Forsa-Umfrage die Lehrer in Baden-Württemberg in einem Brief aufgefordert, derartige Vorfälle über die Schulleitung an die Schulaufsicht zu melden. Es sei wichtig, dass betroffene Lehrer Unterstützung und Hilfe fänden. Das sei die Aufgabe der Schulaufsicht als auch von Polizei und Justiz.

Bei der Anhörung im Landtag werden sich unter anderem Schulpsychologen, Mediziner und ein Vertreter des Landeskriminalamts äußern.