Überlastete Lehrer und unbesetzte Stellen Lehrergewerkschaft prangert Lage der Grundschulen an

Von red/dpa/lsw 

Die Gewerkschaft GEW sieht die Grundschulen auf dem „Abstellgleis“. Rund 400 Stellen seien zu Beginn des laufenden Schuljahres nicht besetzt gewesen. Deshalb hat sie Unterschriften gesammelt.

Die GEW will auf die Zustände an Grundschulen aufmerksam machen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Die GEW will auf die Zustände an Grundschulen aufmerksam machen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Stuttgart - Mit der Übergabe von Unterschriften an die Politik will die Gewerkschaft GEW am Montag (13.30 Uhr) auf die Situation der Grundschulen aufmerksam machen. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft sieht die Schulart auf dem „Abstellgleis“ und fordert mehr Unterstützung für sie.

Zu Beginn des laufenden Schuljahres seien rund 400 Lehrerstellen an Grundschulen nicht besetzt gewesen, kritisiert die GEW-Landeschefin Doro Moritz. Gleichzeitig unterrichteten mehrere Hundert Menschen ohne Lehrerausbildung. Die Lehrer an den rund 2500 Grundschulen im Südwesten fühlten sich im Stich gelassen.

340 Stellen an Grundschulen nicht besetzt

Das Kultusministerium beziffert die Zahl der nicht besetzten Stellen an den Grundschulen zum Schuljahresbeginn auf 340. Es führte die Lage auf Planungsfehler der Politik aus der Vergangenheit zurück. So seien die Ausbildungskapazitäten an den Pädagogischen Hochschulen massiv zurückgefahren und erst unter Ministerin Susanne Eisenmann (CDU) wieder hochgefahren worden. Eisenmann versucht den Lehrermangel unter anderem dadurch zu entschärfen, dass sie Gymnasiallehrern anbietet, für einen befristeten Zeitraum an Grundschulen zu arbeiten. Denn für das Lehramt an Gymnasien gibt es mehr Bewerber als Stellen.

Die GEW übergibt die Unterschriften bei einer Tagung an Bildungspolitiker von Grünen, CDU, SPD und FDP. Vertreter der Landtagsfraktionen diskutieren in Stuttgart über die Bildungspolitik. Dabei dürfte es kontrovers zugehen: Das Kultusministerium hatte den Vorwurf, die Grundschulen zu vernachlässigen, wiederholt zurückgewiesen. Eisenmann hielt der GEW im vergangenen November vor, es gehe der Gewerkschaft nur darum, schlechte Stimmung zu verbreiten. Die GEW gilt als SPD-nah.