Überraschende Entscheidung "Rotlichtkönig" Boki aus Villingen-Schwenningen ist wieder auf freiem Fuß

Boki wurde als "Rotlichtkönig" bekannt. (Symbolfoto) Foto: IMAGO / Zoonar

VS-Rotlichtkönig Armin Culum alias Boki ist wieder auf freiem Fuß. Dies hat das Gericht in Bosnien-Herzegowina entschieden. Er muss sich allerdings an einige Auflagen halten.

Diese Entscheidung überrascht viele Beobachter: Knapp neun Monate nach seiner Festnahme befindet sich Armin Culum alias Boki wieder auf freiem Fuß, berichtet der "Schwarzwälder Bote". Der Weltpräsident der verbotenen United Tribuns saß zuletzt im Staatsgefängnis in Vojkovići, nachdem er im Oktober in einer großangelegten Polizeiaktion gemeinsam mit seinem Sohn und weiteren Verdächtigen festgenommen worden war.

 

Am Donnerstag hob der Gerichtshof von Bosnien-Herzegowinas auf Antrag der Staatsanwaltschaft, die Untersuchungshaft für Ćulum auf. Zunächst hatte der Südkurier darüber berichtet.

Nach Auskunft des Gerichts sind mehrere Maßnahmen angeordnet worden: Ihm ist es nun verboten, seinen Aufenthaltsort zu verlassen, ins Ausland zu reisen oder Kontakt zu bestimmten Personen aufzunehmen. „Diese Auflagen gelten, solange dafür Bedarf besteht oder bis zu einer neuen Entscheidung des Gerichts“, heißt es in der Stellungnahme. Eine Überprüfung findet demnach alle zwei Monate statt. Ein Verstoß gegen die Auflagen kann demnach laut Strafprozessordnung erneut zur Anordnung von Untersuchungshaft führen.

Völlig offen bleibt bislang, welche Gründe zu der Entscheidung geführt haben. Noch im April hatte das Gericht im Rahmen der Haftprüfung weiterhin „schwerwiegende Haftgründe“ gegen Boki gesehen und deshalb die Untersuchungshaft verlängert. Gleichzeitig kamen vier Beschuldigte frei, die ebenfalls im Rahmen der Polizeiaktion in Untersuchungshaft genommen worden waren.

Auch Bokis Sohn wurde freigelassen

Darunter auch der Sohn des Rotlichtkönigs, A. Culum, sowie ein mutmaßlicher Vertrauter, der bereits vom Landgericht Konstanz im Rahmen eines Prozesses wegen Zwangsprostitution verurteilt worden war. Die Freigelassenen erhielten ähnlich strenge Auflagen vom Gericht wie der Anführer der United Tribuns.

Allen Beschuldigten werden organisierte Kriminalität im Zusammenhang mit den Straftatbeständen des internationalen Menschenhandels, der internationalen Anstiftung zur Prostitution und der Geldwäsche vorgeworfen. Mehrere Monate nach der Polizeiaktion präsentierte die Staatsanwaltschaft darüber hinaus Vorwürfe, dass die Bande um Boki auch dick im Drogenhandel steckt. Umso erstaunlicher erscheint, dass von den Beschuldigten nun keiner mehr in Untersuchungshaft sitzt.

Nermin Culum weiterhin in Untersuchungshaft

Ganz im Gegensatz zu Bokis Bruder, Nermin Culum. Dieser ist vor bald drei Jahren aufgrund eines internationalen Haftbefehls in Kroatien festgenommen und anschließend in die Schweiz aufgeliefert worden. Auch auf jüngste Nachfrage bei der Oberstaatsanwaltschaft Aargau erklärte deren Sprecher Adrian Schuler, dass es in dem Verfahren keine Neuigkeiten gibt. Bokis Bruder sitzt weiterhin in Untersuchungshaft.

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