Überraschung am zweiten Advent TSV Merklingen düpiert Tabellenführer Germania Bietigheim

Der TSV Merklingen sorgte für eine dicke Advents-Überraschung: TSV-Spieler Benjamin Grieshaber (li.) gegen den Germanen Tim Kainz. Foto: Baumann/Julia Rahn

Die TSV-Kicker fügen dem Bezirksliga-Primus mit 2:0 die erst zweite Saisonniederlage zu. Der TSV Münchingen festigt Rang zwei, der TSV Heimsheim kassiert die zweite Pleite in Folge.

„Es ist fast ein schade, dass jetzt Winterpause ist“, meinte Trainer Uwe Eberhard mit einem Schmunzeln nach dem 2:0-Auswärtscoup seines TSV Merklingen beim Klassenprimus Germania Bietigheim. Die Merklinger fügten dem Herbstmeister die erste Heimniederlage sowie die erst zweite Niederlage in der Hinrunde zu und bauten ihre Erfolgsserie aus: In den letzten acht Spielen gab es sieben Siege, dabei holte der TSV 19 von 21 Punkten. Mit 26 Zählern überwintert Merklingen auf dem vierten Rang.

 

„Es macht einfach etwas aus, wenn man mit dem Selbstbewusstsein einer Siegesserie im Rücken antritt“, erklärte Coach Eberhard. Die Mannschaft habe gewusst, dass sie mit jedem Gegner in der Liga mithalten könne, nun spiegle sich dies auch in den Ergebnissen wider. Zehn Minuten lang mussten die Merklinger auf dem Kunstrasenplatz im Ellental leiden und hatten Glück, dass sie nicht Rückstand gerieten, als Germania-Angreifer Tim Kainz den Ball nach einer Ecke am kurzen Pfosten über die Latte köpfte.

TSV schlägt kurz vor uns kurz nach der Pause zu

In der Folge gelang es den Gästen, die Begegnung ausgeglichen zu gestalten und zum ein oder anderen Abschluss zu kommen. Vier Minuten vor der Pause brachte der aufgerückte Melvin Schöll seine Elf in Führung, als er nach einer Ecke im Getümmel den Überblick behielt und den Ball über die Linie drückte. In die zweite Hälfte gelang dem TSV ein Start nach Maß: Nach einem langen Ball behauptete Dzanan Mehicevic denselben gegen zwei Abwehrspieler und passte auf den durchstartenden Emanuel Garcia, der Germania-Keeper Jens Krüger mit einem Schuss von der Strafraumgrenze in den Winkel zum 2:0 (48.) keine Chance ließ.

Der TSV Merklingen holte zuletzt 19 von 21 möglichen Punkten. Foto: Baumann/Julia Rahn

In der Folge machte der Tabellenführer viel Druck, richtig gefährlich wurde es für die Merklinger aber nur einmal, als ein Schuss aus 20 Metern ans Lattenkreuz klatschte. „Wir haben in der zweiten Hälfte wenig für Entlastung sorgen können, aber es war beeindruckend, wie sich alle in die Schüsse reingeworfen haben“, lobte Eberhard die Einsatzbereitschaft. Bei den wenigen Kontermöglichkeiten kam der letzte Pass jeweils nicht präzise genug, doch nach dem Schlusspfiff war der Jubel bei den Gästen groß.

TSV Münchingen siegt souverän

Von der Germania-Niederlage profitierte der TSV Münchingen, der durch einen 5:2-Erfolg gegen den TSV Phönix Lomersheim bis auf zwei Zähler an den Primus heranrückte. „Wir haben Lomersheim zu keiner Zeit ins Spiel kommen lassen“, zeigte sich TSV-Trainer Sahin Üste zufrieden. Nach einem langen Ball von Egonit Avduli brachte Dany Abdul-Karim die Hausherren nach sechs Minuten in Führung. Ein weiterer langer Ball hinter die Phönix-Abwehrkette in der 14. Minute führte zum 2:0 durch Nikola Prkacin. Behar Hasanaj erhöhte nach 35 Minuten auf 3:0, als er nach einem zu kurz geklärten Ball der Gäste diesen über den Phönix-Keeper chippte.

Eine zu kurz geratene Kopfball-Abwehr der Münchinger nutzte Tim Dettinger Sekunden vor der Pause zum 1:3. Angelo Coppola nach einem Rückpass an die Strafraumgrenze (53.) und Hasanaj (61.) mit seinem zweiten Treffer nach einem Ausrutscher des Phönix-Keepers ergaben das 5:1, ehe Lomersheim in der Nachspielzeit nach einem Ballverlust der Münchinger zum 5:2-Endstand traf. Neben den beiden Treffern in der Nachspielzeit ärgerte sich Coach Üste auch über Gelb-Rot gegen Angelo Coppola (66.): Nach einer gelben Karte wegen Meckerns kassierte er die Ampelkarte, als ihm der Ball bei einer Klärungsaktion an die Hand prallte.

Beim TSV Heimsheim ist der Akku leer

Mit der zweiten Niederlage in Folge verabschiedete sich der TSV Heimsheim in die Winterpause, der bei der Spvgg Besigheim nach einer 2:1-Führung bis zur 70. Minute mit 2:5 unterging. „Den Gegentoren gingen stets individuelle Fehler voraus“, monierte Coach Oliver Kudera. Beim 2:2 (71.) kam ein Besigheimer an der Strafraumgrenze frei zum Schuss, beim 3:2 (77.) senkte sich eine Flanke als Bogenlampe ins lange Eck. Beim vierten Treffer stand der Torschütze frei im Strafraum, nachdem die TSV-Abwehr auf einen Abseitspfiff gewartet hatte. Der fünfte Gegentreffer fiel in der Nachspielzeit gegen die offene Defensive.

Die Kicker des TSV Heimsheim stehen zum Ende der Vorrunde im Regen: Vincenzo Demarco Foto: Andreas Gorr

Nach einer schwachen Anfangs-Viertelstunde hatte der Aufsteiger die Partie in den Griff bekommen und ging durch Oliver Münzers Kopfball (26.) 1:0 in Führung. Beim Ausgleich war der TSV bei einem Einwurf unaufmerksam, Besigheim glich per Flachschuss von der Strafraumgrenze aus (40.). Lino Widmaier sorgte vier Minuten nach der Pause mit dem elften Saisontreffer für die erneute Führung – ehe in den letzten 20 Minuten der Einbruch kam. „Jetzt sind wir auf dem Boden der Tatsachen gelandet, die Pause wird uns angesichts von zehn Verletzten gut tun“, ist Coach Kudera überzeugt. In sechs Partien in Folge hatte der Aufsteiger keinen Treffer hinnehmen müssen, in den letzten zwei Spielen gab es dafür neun Stück.

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