Frank Land wird die Rose in Bietigheim übernehmen. Foto: Simon Granville
Ende des Jahres endet der Pachtvertrag des Sternerestaurants Maerz in Bietigheim (Kreis Ludwigsburg). Frank Land von der Marktwirtschaft in Besigheim übernimmt.
Überraschung in der Gastro-Landschaft in Bietigheim: Nachdem dieser Tage öffentlich wurde, dass die Zukunft des Sternerestaurants Maerz samt angeschlossenem Hotel Rose ungewiss ist, weil der Pachtvertrag zum Jahresende ausläuft und offenbar nicht verlängert wird, ist jetzt auch klar, wer von Januar 2027 an dort übernehmen wird.
Es ist Frank Land, in der Gastro-Szene der Region kein Unbekannter. Seit mittlerweile zehn Jahren bewirtet er in seiner Marktwirtschaft am Besigheimer Marktplatz die Gäste. Das will er auch weiterhin tun – und zusätzlich die Rose in Bietigheim übernehmen.
Synergien zwischen Marktwirtschaft und Rose
Ein Spagat? Findet Frank Land nicht. Er sieht eher Synergien. Es wird ähnlich wie in der Marktwirtschaft einen saisonale und abwechslungsreiches kulinarischen Kalender geben, bei dem sich beide Locations gut ergänzen, sagt Land. Und: „Wenn ich es mir nicht zutrauen würde, hätte ich es nicht gemacht. Vor allem habe ich ein gutes Team um mich herum.“ So würden langjährige Mitarbeiter aus der Marktwirtschaft in der zukünftigen Rose-Mannschaft sein, etwa sein ehemaliger Vorzeige-Azubi Jan Ritter, der den Service leiten wird. Er will in der neuen Rose „eine Atmosphäre schaffen, die sich für unsere Gäste anfühlt wie ein zweites Zuhause“.
Auch der künftige neue Rose-Küchenchef ist kein Unbekannter: Klaus Schmidt, zuletzt in der Bottega in Besigheim und aktuell für die Kochkurse und die Wirtshausabende im Lange am Markt in Ludwigsburg zuständig. Mediterran mit leichtem asiatischen Einschlag will er dich Küche in der Rose gestalten. „Kräuter und Gewürze sind für uns das gewisse Etwas in den Gerichten.“ Auch solide schwäbische Hausmannskost soll auf der Karte stehen.
Klaus Schmidt wird der neue Küchenchef in der Rose sein. Foto: Sandra Lesacher
Wie Frank Land hat auch Klaus Schmidt bereits in der Sterne-Gastronomie gearbeitet. Einen Stern, wie die Rose unter den Gebrüdern Maerz ihn hatte, streben sie aber nicht an. „Das sind einfach nicht wir“, sagt Frank Land. Für ihn fühlt es sich so an, als ob Sterne einen Teil der Gäste ausschließen, weil sie Berührungsängste haben. „Ich will, dass die Gäste zwanglos und locker-flockig bei uns einkehren“, so Land.
Die neue Rose soll fünf Tage die Woche geöffnet haben, geplant ist wie in Besigheim ein wechselnder Mittagstisch, eine kleine Nachmittagskarte und Kuchen sowie à la carte am Abend.
„Nahbare, empathische Gastronomie“
Frank Land will sowohl in der Rose als auch weiter in der Marktwirtschaft präsent sein und sich bei seinem Team und den Gästen sehen lassen. Praktisch dabei: Der 36-Jährige wohnt auch in Bietigheim nicht weit von der Rose entfernt.
Dort will er von 2027 an eine „nahbare, empathische Gastronomie“ etablieren. Die Tradition und Geschichte des Hauses gefallen ihm. Ein paar optische Veränderungen im Gastraum sind geplant, auch der Außenbereich soll „einladend gestaltet“ werden. Für die Hausgäste soll es einen Shuttle-Service von Bietigheim nach Besigheim geben.