Mal billig, mal teuer: Das Umweltministerium hat eine Übersicht über die Preise von privatrechtlich organisierten Wasserlieferanten veröffentlicht. Sie zeigt, dass die Spanne der Preise gewaltig ist.

Landespolitik: Thomas Breining (tb)

Stuttgart - Alles wird teurer – auch Wasser. Im Landesdurchschnitt kostet Wasser für einen repräsentativen Vier-Personen-Haushalt in diesem Jahr pro Kubikmeter mit 2,41 Euro acht Cent mehr als 2012. Da dieser Norm-Haushalt statistisch 150 Kubikmeter im Jahr verbraucht, errechnen sich Jahreskosten von 362 Euro. Das hat Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) jetzt mitgeteilt.

Sein Haus beherbergt die Energiekartellbehörde des Landes. Und diese veröffentlicht regelmäßig eine Übersicht über die Preise der privaten Wasserversorger im Südwesten. Das sind privatrechtlich organisierte Unternehmen. 81 davon zählt die Behörde. Im Vergleich zur Gesamtheit der Anbieter ist das eine kleine Minderheit, denn insgesamt tummeln sich mehr als tausend Wasserversorger am Markt. Die allermeisten sind kommunale Betriebe. Unter Aufsicht des Umweltministeriums stehen jene Anbieter, die sich nicht über Gebühren refinanzieren, sondern privatrechtliches Entgelt für die Belieferung mit Trinkwasser verlangen.

Ein Viertel der Anbieter erhöht Preise

Diese versorgen laut Ministerium vor allem Kunden in Städten, größeren Gemeinden und Ballungszentren. „Entsprechend bedeutsam ist daher ihr Versorgungsanteil, der in einem Bereich von 40 Prozent, gemessen an der Gesamtabgabemenge von Trinkwasser in Baden-Württemberg, liegt.“ Die Gebühren der übrigen Versorger unterlägen der jeweiligen Kommunalaufsicht.

Wie Unterstellers Ministerium bilanziert, haben in den vergangenen zwei Jahren etwa ein Viertel der Anbieter die Preise erhöht. „Preissenkungen erfolgten nicht,“ heißt er weiter.

Die Unterschiede auch bei den untersuchten Anbietern sind beträchtlich. Jeweils bezogen auf den statistischen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 150 Kubikmetern kommt man beim günstigsten Anbieter mit 226,86 Euro davon. Das sind die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen. Dort kostet der Kubikmeter Wasser 1,51 Euro. Demgegenüber verlangt der teuerste Anbieter je Kubikmeter 3,38 Euro und damit mehr als das Doppelte. Der Referenzhaushalt käme dort – es ist die Stadtwerk Külsheim GmbH – auf eine Jahresrechnung von 507 Euro.

Auf nach Öllingen

Sieben der 81 geprüften Anbieter verlangen pro Kubikmeter Wasser weniger als zwei Euro – immer bezogen auf eine Jahresabnahme von 150 Kubikmeter. Drei Anbieter berechnen drei Euro und mehr. Schon 33 Versorger haben einen Preis von 2,50 Euro und mehr für einen Kubikmeter.

Aus den – wenn auch weit auseinander gehenden – Zahlen lässt sich nicht herleiten, dass privatrechtlich organisierte Versorgungsunternehmen teurer wären als kommunale. Das kann man aus einer Auswahl von Werten von Wasserversorgern entnehmen, die Gebühren verlangen und damit nicht in die Zuständigkeit der Landeskartellbehörde fallen. Die Auswahl umfasst zwar lediglich zehn Betriebe. Dort reichen die Preise freilich aber dennoch von 61 Cent je Kubikmeter in Öllingen (Alb-Donau-Kreis) bis 3,73 Euro in Adelsheim (Neckar-Odenwald-Kreis). In Öllingen kommt man damit auf eine Jahresrechnung von 91,50 Euro, in Adelsheim muss man für die gleiche Menge dagegen 559,08 Euro berappen.

Die Übersicht wird alle zwei Jahre vom Ministerium veröffentlicht.