Uefa Youth League So blickt man im NLZ auf die neue Herausforderung

Das VfB-NLZ steht vor großen Herausforderungen. Foto: imago/Baumann

Der VfB Stuttgart wird erstmals in seiner Geschichte in der Uefa Youth League antreten. Zum Auftakt geht es gegen Real Madrid. So blickt man im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) auf die Herausforderung.

Sport: Philipp Maisel (pma)

Im Stuttgarter Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) ist der Terminplan der Entscheider seit Wochen prall gefüllt. Schließlich ist die U21 in die dritte Liga aufgestiegen und durch die Vizemeisterschaft der Profis von Sebastian Hoeneß spielt die U19 des Clubs in der Uefa Youth League. Zwei renommierte Wettbewerbe, die intern jedoch leicht unterschiedlich gewichtet werden. Während die dritte Liga unbedingt gehalten werden soll, weil sie für die Gesamtentwicklung der eigenen Talente als ungemein wertvoll angesehen wird, ist die Youth League mit der großen Bühne und den großen Gegnern eine Herausforderung, die Nachwuchsspieler im Idealfall enorm weiterbringen kann.

 

Das gilt es alles vorausschauend zu planen. Entsprechend häufig ist der aktuelle Turnus der Planungsrunde, die Ressourcen verteilen, Spieler bewerten und Woche für Woche möglichst schlagkräftige Kader zusammenstellen muss. Übergangsmanager Tobias Werner, die beiden Trainer Nico Willig (U19) und Markus Fiedler (U21), NLZ-Chef Stephan Hildebrandt und Daniel Teufel, der sportliche Leiter im NLZ, bilden diese Runde. An diesem Wochenende spielen nun die U19 (gegen Hoffenheim) und die U21 (gegen Ingolstadt), am kommenden Dienstag die U19 in Madrid gegen Real, das Wochenende darauf warten schon wieder Spiele in Cottbus (U21) und gegen Elversberg (U19).

Kurzfristige Nominierungen als Entwicklungsbeschleuniger

Welcher Akteur wann wo spielt, ist noch nicht final geklärt. Denn in beiden Kadern gibt es gewisse Schnittmengen. So hat beispielsweise Fiedler U21 Spieler mit an Bord, die noch U19 spielen können. Und die Regularien der Youth League lassen es zu, dass bis zu fünf U-20-Spieler in den 40 Akteure umfassenden Kader nominiert werden können, wobei wiederum nur drei davon am Spieltag im Kader stehen dürfen. Dennis Seimen, Alex Azevedo, Samuele di Benedetto, Benny Boakye und Luca Raimund sind das. Wobei Seimen, di Benedetto und Raimund zusätzlich dazu noch im Profikader für die Champions League gemeldet sind.

Man werde daher die YL-Kader „kurzfristig nominieren“, sagt Teufel, der darin allerdings weniger ein Problem, als vielmehr eine weitere Möglichkeit für die Youngster sieht, sich weiterzuentwickeln. „Da wird es auch Enttäuschungen geben. Aber auch damit müssen die Jungs auf dem Weg zum Profifußballer klarkommen“, streicht Teufel heraus. Denn das „zu akzeptieren und dann sich im Training wieder anbieten, um beim nächsten Mal dabei zu sein“ – darum gehe es schließlich, wenn man ganz oben ankommen möchte.

Wer also am kommenden Dienstag in Madrid die Chance bekommen wird, weiß das zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Fest steht bisher nur, dass das Spiel nicht wie geplant im Stadion „Alfredo di Stefano“ stattfinden wird. Der Rasen ist unbespielbar. „Es ist sehr schade, dass wir nicht an diesem geschichtsträchtigen Ort spielen können, wo einst auch die Profis während Corona ihre Pflichtspiele austrugen, sondern auf den Nebenplatz ausweichen müssen“, blickt Teufel voraus – um sogleich wieder den Blick auf das Wesentliche zu reichten: „Schlussendlich geht es aber primär um die sportliche Herausforderung. Und die ist immens.“ Die Vorfreude ist im NLZ in Bezug auf die Youth League schon mit Händen zu greifen. „Es ist für uns Neuland – aber auch hochspannend. Alle fiebern auf diese Spiele hin.“

Ob vor 9000 Zuschauern oder wie sich nun abzeichnet vor nur 600 – mehr lässt der Nebenplatz wohl nicht zu und noch ist völlig unklar, ob VfB-Fans überhaupt Karten bekommen können – denn das Spiel wird ein Meilenstein für das Stuttgarter NLZ. Schließlich ist es das erste Youth-League-Spiel überhaupt in der Geschichte des Clubs. „Bei aller Qualität unserer Ausbildung, eines können wir nicht simulieren – Spiele gegen solch hochkarätige Gegner und im Idealfall vor großen Kulissen. Daran werden wir alle wachsen, allen voran natürlich die Jungs“, sagt Teufel – und gibt sich angriffslustig. Die Weiß-Roten planen keine Lustreise in die spanische Metropole. Sondern rechnen sich etwas aus. „Sportliche Entwicklung ist natürlich sehr wichtig – dazu gehören auch Ergebnisse und der mutige Umgang jedes Einzelnen mit der Herausforderung“, schlägt Teufel noch einmal die Brücke zum NLZ. Und schiebt nach: „Natürlich wollen wir so viele Spiele wie möglich gewinnen.“

Weitere Themen

Weitere Artikel zu VfB Stuttgart