Uhingen Moschee-Pläne müssen angepasst werden

Von Philipp Braitinger 

Der Technische Ausschuss des Uhinger Gemeinderats hat dem Ausbau der Räume der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu einer „richtigen“ Gebetsstätte wegen baurechtlicher Bedenken vorerst nicht zugestimmt.

Dass es sich bei diesem Gebäude um eine Moschee handelt, verrät nur der Schriftzug oben links. Die Mitglieder würden das gerne ändern, doch es gibt Probleme. Foto: /Horst Rudel
Dass es sich bei diesem Gebäude um eine Moschee handelt, verrät nur der Schriftzug oben links. Die Mitglieder würden das gerne ändern, doch es gibt Probleme. Foto: /Horst Rudel

Uhingen - Sie brauchen mehr Platz. „Der Verein wächst, und die vorhandenen Räumlichkeiten reichen nicht mehr, den Bedarf abzudecken“, erklärte Uhingens Bürgermeister Matthias Wittlinger zu Beginn der Sitzung des Technischen Ausschusses (TA) am Montag im Rathaus. Bereits vor Monaten wurden die Pläne für einen Moscheebau der Türkisch-Islamischen Gemeinde Uhingen nicht-öffentlich im Gemeinderat vorgestellt. Gegen den Bau spreche nichts, solange die örtlichen Vorschriften eingehalten würden, lautete damals der Tenor.

Mit den neuesten Plänen scheinen die Fachleute auf dem Rathaus nun weitgehend zufrieden. Allein der Freiflächenplan sei noch nicht konkret genug, erklärte der Ordnungsamtsleiter Michael Eberhard während der TA-Sitzung. „Da wird noch nachgebessert werden müssen“, sagte er. Entsprechend verweigerte eine Mehrheit des Ausschusses zunächst einmal das erforderliche Einvernehmen. Die offenen Fragen werden nun dem Moscheeverein übermittelt. Anschließend wird über das Thema erneut im TA beraten.

Ärger wegen fehlender Parkplätze

Der Moscheeverein mit knapp dreihundert Mitgliedern plant seinen bisher wenig repräsentativen Bau an der Schmiedefelder Straße umfangreich zu sanieren und zu vergrößern. Im Untergeschoss sollen neben der Technik und den Sanitäranlagen auch Unterrichtsräume eingerichtet werden. Im Erdgeschoss ist ein Büro, ein Besprechungsraum und ein Gebetsraum für Männer geplant. Im ersten Stock solle es einen weiteren Besprechungsraum, Sanitäranlagen und einen Gebetsraum für Frauen geben. Der nördliche Gebäudeteil soll ferner um eine Etage aufgestockt werden. Dort sollen ein Aufenthaltsraum für Frauen und eine Küche sowie ein Jugendraum entstehen. Auf dem Dach sind eine Kuppel und ein Minarett vorgesehen. Die maximal zulässige Gebäudehöhe von 13 Meter wird dadurch aber nicht überschritten.

Der Standort in dem Gewerbegebiet sorgt vor allem während des Freitagsgebets sowie an islamischen Feiertagen für Verdruss. Die Umgebung und die vorhandenen Parkplätze der Moschee reichen nicht aus. Dass die Moscheegemeinde eine Fläche östlich ihres Gebäudes als Parkplatz für ihre Besucher gekauft hat, sorgt zwar für ein wenig Entspannung. Allerdings finden dort lediglich drei Dutzend Fahrzeuge Platz. Rechtlich sei die Anzahl der Parkplätze jedoch laut Stellplatzberechnung ausreichend, so Eberhard.

Manche Stadträte stehen der DITIB skeptisch gegenüber

Dass der Moscheeverein die Parkmöglichkeiten ausbauen will, rief im TA ein geteiltes Echo hervor. So befürchtet Beate Grünenwald (SPD) ebenso wie der Ordnungsamtsleiter Eberhard, dass es aufgrund der angespannten Parkplatzsituation Widerstände aus der Nachbarschaft gegen die Ausbaupläne der Moschee geben könnte. „Das Problem tritt jede Woche aufs Neue auf“, sagt Grünewald. Das bestätigte Markus Paschke (Unabhängige Bürger): „Die Lage mit den Parkplätzen ist eine Katastrophe.“ Rolf Höflinger (FDP) wiederum stört ebenso wie Jens Störl von den Freien Wählern, dass die Gewerbefläche nur als Parkplatz genutzt werden soll.

Sorgen bereitete einigen Stadträten neben der Parkplatzsituation, dass der Moscheeverein zum Verband Ditib, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion, gehört. Die Ditib unterstehe der dauerhaften Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für religiöse Angelegenheiten der Türkei, wurde beklagt. „Damit habe ich Probleme, weil es politisch gesteuert ist“, meinte Höflinger. Auch Beate Grünenwald erklärte, dass die Ditib als solche ein Thema innerhalb der SPD-Fraktion gewesen sei. Die Probleme mit dem Verband sollten nicht kleingeredet werden. Andererseits habe sich der TA allein mit dem Baurecht auseinanderzusetzen. Für Fragen zur Ditib sei der Ausschuss nicht zuständig. Diese müssten anderswo gestellt werden.

Von den Zuhörerrängen aus verfolgten einige Mitglieder der Türkisch-Islamischen Gemeinde die Beratung. Nach dem Beschluss erklärte deren Vorstandsmitglied Secmen Kabal, dass man nun erst einmal auf die Mitteilung der Stadt warte und dann im Verein besprechen werde, wie es weitergehen solle.