Serie Aufgetischt: Uhinger Gerberpark Mittagessen am Filskanal

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Stechpaddel und Rettungsringe dienen im Bootshaus als Deko. Der Gerberpark Uhingen wartet mit einem neuen Restaurant auf – und wagt einen Spagat.

Die Juniorchefin Corinne Bader hält im Gerberpark in Uhingen, im Bild das neue Bootshaus, die Zügel in der Hand. Foto: Ines Rudel
Die Juniorchefin Corinne Bader hält im Gerberpark in Uhingen, im Bild das neue Bootshaus, die Zügel in der Hand. Foto: Ines Rudel

Uhingen - Mit ihrem Bootshaus hat die Betreiberfamilie Bader einen neuen Restauranttypus im Uhinger Gerberpark kreiert. Denn das ein wenig versteckt liegende großzügige Holzhaus atmet vor allem alpenländischen Charme und steht im Kontrast zu den historischen Backsteingebäuden der ehemals einzigen württembergischen Gardinenweberei, die Ende des 19. Jahrhunderts zwischen der Fils und dem Filskanal entstand. In ihrem neuen Bootshaus serviert das Gerberteam nun den bekannten Mittagstisch.

Die Tagungen befeuern das Mittagsgeschäft

„Wir haben noch einen Saal mittlerer Größe gebraucht“, beschreibt die Prokuristin Corinne Bader die Entscheidung für den Neubau, der bis zu 110 Gästen Platz bietet. Auch die Nachfrage nach dem bisher in der Orangerie (maximal 42 Plätze) servierten Businesslunch habe sich angesichts zahlreicher Geschäftskunden gut entwickelt. Das Tagungsgeschäft habe sich dafür als Motor erwiesen.

Das Bootshaus liegt recht idyllisch am Filskanal hinter der Orangerie, und in der warmen Jahreszeit wird wohl seine großzügig bemessene, umlaufende und überdachte Holzterrasse zum Verweilen locken. Nur schade, dass der Kanal auf der Nordseite des Gebäudes liegt, während im Süden ein großer Parkplatz dominiert.

Stechpaddel und Rettungsringe als Deko

Im Innern besticht das Bootshaus mit seiner bis zum First hinauf sichtbaren Holzkonstruktion, seiner Bar und einigen anderen Ausstattungsstücken, die im angesagten Vintage- und Industriechic die Verbindung zum benachbarten ehemaligen Industriequartier knüpfen. Und Corinne Bader bezeichnet das Nebeneinander von zünftigen Massivholztischen, Rattansesseln und allerlei nautisch anmutenden Dekorationen wie Stechpaddeln und Rettungsringen als einen Mix aus alpenländischen und balinesischen Einflüssen.

Die Speisekarte versucht der Nähe zum Wasser mit einer Auswahl von Fischgerichten gerecht zu werden, wie dem im Heu gegarten rosa gebratene Lachsfilet, einem Seehechtfilet mit mediterranem Gemüse, der Forelle „Müllerin“ und dem Wolfsbarschfilet mit Spinatspätzle. Frisches aus dem Wok bietet die asiatische Ergänzung.

Im Familienbesitz seit 1938

Der Gerberpark, den Corinnes Eltern Gaby und Thomas Bader im Jahr 2003 mit der Hausbrauerei Gerberbräu, dem angrenzendem Festsaal sowie einem großen Biergarten eröffneten, ist in den vergangenen Jahren weiter gewachsen. Herzstück der weitläufigen Anlage bleibt das Brauhaus, wo bis zu 280 Gäste das hauseigene Bier, Vesper und vor allem schwäbische Gerichte konsumieren können. Inzwischen sind auf dem Gelände, das nach dem Niedergang der Textilindustrie im Jahr 1938 von den Bader Lederwerken in Göppingen für die Lederfertigung erworben wurde, ein Vier-Sterne-Hotel, ein Stad’l genanntes rustikales Fachwerkgebäude mit zwei Holzbacköfen sowie die Brennbar und die erwähnte Orangerie entstanden. In dieser mediterran ausgestatteten Lokalität wird lediglich der Frühstücksservice für Auswärtige und Hotelgäste angeboten.