Für die Ukraine-Gespräche ist ein neues Format gefunden worden. Das gibt Anlass zu Hoffnung, kommentiert StZ-Politikredakteur Knut Krohn.

Korrespondenten: Knut Krohn (kkr)

Stuttgart - Alle Beteiligten haben offenbar aus ihren Fehlern gelernt. Die nächsten Ukraine-Gespräche sollen in der kasachischen Hauptstadt Astana stattfinden. Daran teilnehmen werden nach Worten des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko Kanzlerin Angela Merkel, der russische Staatschef Wladimir Putin und der französische Präsident François Hollande. Bisher haben alle an den Friedensvereinbarungen festgehalten, die in Minsk ausgehandelt wurden. Die aber waren das Papier nicht wert, auf dem sie festgehalten worden sind. Schon der Tagungsort in Weißrussland war für die Ukraine eine Zumutung. Und wer sollte der OSZE vertrauen, die in Minsk federführend am Tisch saß, aber nicht in der Lage ist, in der Ostukraine den Waffenstillstand zu kontrollieren?

 

In Astana werden sich jene vier Politiker treffen, die das Blutvergießen tatsächlich beenden können. Das ist ein Erfolg Poroschenkos, der verstanden hat, dass der Konflikt nur am Verhandlungstisch gelöst werden kann. Am Ende des Treffens werden keine Formelkompromisse stehen können, dazu hat Angela Merkel in den vergangenen Monaten ihre Forderungen an den russischen Präsidenten zu deutlich formuliert. Putin wird verbindlich erklären müssen, wie er sich die Zukunft der Ostukraine vorstellt – ohne russische Soldaten auf dem Staatsgebiet des Nachbarlandes.