Umbau der Stuttgarter Innenstadt So sieht die City nach dem neuen Konzept aus

Auch die Stellplätze vor der Markthalle werden der lebenswerten Innenstadt in absehbarer Zeit weichen müssen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Tempolimit, weniger Parkplätze, mehr Bäume und Radwege: Die Stuttgarter Innenstadt soll bis 2025 für die Menschen lebenswerter umgebaut werden. Die Mehrheit der Stadträte steht hinter dem Konzept – was genau soll sich in Stuttgart verändern?

Stuttgart - Das Dortmunder Planungsbüro Planersocietät zeichnet für das Umsetzungskonzept Lebenswerte Innenstadt verantwortlich. Die Mehrheit der Stadträte hat ein positives Votum dazu abgegeben. Doch was sind eigentlich die Kernpunkte des Konzepts?

 

Weite Teile der Innenstadt werden demnach bis 2025 stufenweise umgebaut, trennende Elemente wie Fahrspuren und Bürgersteige entfallen. Schrittweise neu gestaltet werden sollen 14 einzelne Straßenzüge – von der Lautenschlagerstraße und Bolzstraße über die Dorotheenstraße, Gerber- und Christophstraße bis zur Gymnasiumstraße. Entlang dieser Straßen soll der öffentliche Raum aufgewertet, wegfallende Stellplätze durch Sitzmöbel, Bäume, Radspuren oder Außengastronomie ersetzt werden.

Umstritten ist nach wie vor der Umgang mit den Parkhäusern, die sich innerhalb des Cityrings befinden. OB Frank Nopper hatte in einer Pressemittelung die Parkplätze dort für unverzichtbar gehalten. Einige Fraktionen sehen dies anders. Nun wird das Thema in einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses neu aufgerufen.

Parkhäuser entlang des Cityrings haben genügend freie Kapazitäten

Aktuelle Zahlen des Planungsbüros zeigen, dass deren Kapazität sowohl werktags als auch am Wochenende bei Weitem nicht ausgeschöpft wird. Im Schnitt liegt deren Auslastung unter 50 Prozent. Der Wegfall oberirdischer Stellplätze kann so leicht kompensiert werden. Die Parkhäuser sollen künftig über fünf Zufahrtsschleifen angefahren werden können, auf denen die oberirdischen Parkplätze ebenfalls entfallen. Lediglich Behindertenparkplätze, Taxistellplätze und Anlieferbereiche sollen erhalten bleiben.

Noch offen ist, wo künftig jene Reisebusse parken, die bisher am Alten Schloss Besucher und Touristen abladen. Auch ein Parkierungskonzept für die Anwohner des Cityrings muss sich die Verwaltung noch einfallen lassen.

Vor vier Jahren war das Konzept noch ein Streitfall

Vor vier Jahren war das Konzept für eine lebenswerte Innenstadt im Rathaus noch hochumstritten. Mit knapper Mehrheit setzte die ökosoziale Ratsmehrheit damals einen entsprechenden Zielbeschluss durch, der unter anderem den Wegfall von rund 350 oberirdischen Parkplätzen innerhalb des Stuttgarter Cityrings und die Einrichtung von Flaniermeilen, Fußgängerzonen und Fahrradwegen beinhaltet.

Innerhalb des Cityrings wird zeitnah Tempo 20 eingeführt

Das Konzept beinhaltet auch, dass innerhalb der City – mit Ausnahme der Planie – zügig ein Tempolimit von 20 Stundenkilometern eingeführt wird. Weite Teile der Innenstadt werden stufenweise zur Fußgängerzone umgestaltet, trennende Elemente wie Fahrspuren und Bürgersteige entfallen.

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