Umbau schreitet voran Haltestellen in Fellbach-Schmiden: Ein Bordstein, der die Bus-Reifen schont

Umbauarbeiten mit speziellem Bordstein für eine deutlich verbesserte Bushaltestelle in Fellbach-Schmiden Foto: Dirk Herrmann

Die halbseitige Sperrung in der Gotthilf-Bayh-Straße hat nach einem Monat das erste Drittel der Umbauphase geschafft. Ziel der Sanierung: Allen Mobilität und Teilhabe ermöglichen.

Ziemlich genau ein Drittel der Umbauarbeiten in der wichtigsten Ost-West-Richtung des Fellbacher Stadtteils Schmiden (Rems-Murr-Kreis) sind erledigt. Dort, in der Gotthilf-Bayh-Straße, werden seit 9. Februar die beiden Bushaltestellen „Friedrichstraße“ saniert und barrierefrei ausgestattet. Erforderlich ist hierfür eine halbseitige Sperrung der Fahrbahn.

 

Das bedeutet, dass noch weitere acht Wochen Umleitungen (für alle, die in Richtung Westen wollen) sowie Engstellen in Kauf genommen werden müssen. Zum Schluss hin steht sogar noch eine zweiwöchige Vollsperrung der Gotthilf-Bayh-Straße an. In der Gegenrichtung, also zum Schmidener Ortskern hin, ist die Durchfahrt möglich. Noch bis Mitte Mai wird es also zu Beeinträchtigungen für alle Verkehrsteilnehmenden sowie alle Anwohner kommen.

Orientierung für Sehbehinderte

Der ebene Ein- und Ausstieg in die Busse oder Bodenindikatoren, die sehbehinderten Menschen die Orientierung erleichtern – diese und weitere Charakteristika zeichnen barrierefreie Bushaltestellen aus. Die Stadt Fellbach baut die Bushaltestellen im Stadtgebiet seit einigen Jahren sukzessive barrierearm um.

Auch an den Bushaltestellen Friedrichstraße in der Gotthilf-Bayh-Straße sollen künftig alle Menschen – ob mit Rollator, Kinderwagen oder Sehbeeinträchtigung – bequem ein- und aussteigen können.

Die künftige Ausgestaltung der Bushaltestelle Friedrichstraße auf der Nordseite der Gotthilf-Bayh-Straße in Schmiden lässt sich bereits gut erkennen. Foto: Dirk Herrmann

Eine Besonderheit des Projekts ist der Einbau des sogenannten Kasseler Sonderbords. Dies ist ein spezieller Bordstein, der erstmals in Fellbach verwendet wird. „Durch den Sonderbordstein wird sicheres und direktes Anfahren gewährleistet,“ erklärt Christiane Gegenfurtner, die Leiterin des Fellbacher Tiefbauamts. Dieser Bordstein wurde eigens dafür entwickelt, den Einstieg in Busse zu erleichtern.

Vor allem ältere Menschen, Eltern mit Kinderwagen, Kinder und Menschen mit Behinderungen profitieren davon. Gleichzeitig ist das System optimal auf moderne Niederflurbusse abgestimmt.

Die Buskapsteine sind so konstruiert, dass sie die Busse mit einem Selbstlenkungseffekt, ohne Auffahren oder Hochklettern, sicher an die Haltestelle führen. „Die glatte, dem Reifen angepasste Anlauffläche schont die Reifen und mindert die Reifenersatzkosten“, heißt es in der Produktbeschreibung des Herstellers, der Firma Profilbeton.

Der Reifenverschleiß wird dadurch gegenüber einem Betonregelbord wesentlich reduziert. „Wir haben im Bereich der Seitenwände Rückgänge um zum Teil 40 Prozent von Beschädigungen“, betont Volker Schneider, Leiter des Fachbereichs Kfz und Busse der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft.

Zusätzlich erleichtert die strukturierte Oberfläche sehbehinderten Fahrgästen die Orientierung, da sie den Übergang zwischen Gehweg und Fahrbahn deutlich spürbar macht. Ein weiterer Vorteil: Die neue Konstruktion verspricht geringere Unterhaltungskosten und ist damit eine nachhaltige Lösung.

Die erreichten Ein- und Ausstiegsverhältnisse beschleunigen im Übrigen nachweislich den Fahrgastwechsel und sorgen somit für eine kürzere Verweildauer der Fahrzeuge an den Haltestellen.

Weiterer Schritt zur barrierefreien Stadt

Mit dem Umbau der Haltestelle „Friedrichstraße“ geht Fellbach einen weiteren Schritt in Richtung barrierefreie Stadt. Auf diese Weise werde sichergestellt, so das Fachamt der Stadtverwaltung, dass alle Menschen gleichermaßen am täglichen Leben teilhaben können.

Die seit vier Wochen laufenden Bauarbeiten in Schmiden verlaufen nach Angaben der Stadt Fellbach planmäßig. Das Versprechen der Verwaltung: Während der Umsetzung werde großer Wert darauf gelegt, die Beeinträchtigungen für den Verkehr so gering wie möglich zu halten. Zusätzliche Beschilderungen weisen auf Umleitungen hin. Für Autofahrer bleibe die Zufahrt zur „Avia Station Erhardt“ sowie zum Supermarkt Rewe weiterhin ohne Einschränkungen möglich.

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