Umfrage der Stuttgarter Zeitung und des SWR Teilung in Schwarz und Grün

Von  

Die CDU wird jung, die FDP alt, die Grünen sind weiblich – das sind einige Ergebnisse der Meinungsumfrage, die StZ und SWR in Auftrag gegeben haben.

Ihre Parteien polarisieren in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann von den Grünen (rechts) und Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) in Hintergrund. Foto: dpa
Ihre Parteien polarisieren in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann von den Grünen (rechts) und Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) in Hintergrund. Foto: dpa
Stuttgart - Jetzt wird es wieder spannend! Die Umfragewerte, die Infratest dimap im Auftrag der Stuttgarter Zeitung und des SWR gewonnen hat, verdeutlichen zwar einen Trend, am Ende kommt aber keine eindeutige Mehrheit heraus.

Das derzeit das Land regierende Bündnis von CDU und FDP bringt es zusammen auf 44 Prozent der Stimmen. Das ist deutlich mehr als bei der letzten Umfrage von Anfang September – damals kam Schwarz-Gelb nur auf 40 Prozent. Aber es dürfte nicht genug sein, um den Erhalt der Regierungsgewalt zu sichern. Denn Grün-Rot kann seine Position mit 46 Prozent – gegenüber 48 Prozent im September – einigermaßen halten.

Nun sind Prozentergebnisse das eine. In Parlamentssitze umgerechnet können sich wahlrechtsbedingt Verschiebungen ergeben. Zudem wären auch die Linken im Landtag. Unterm Strich sind nur zwei klare Mehrheitsvarianten erkennbar. Schwarz-Grün käme auf satte 67 Prozent. Die Umfrage lässt aber gerade eine zunehmende Polarisierung zwischen Schwarz und Grün zutage treten. Was die CDU-FDP-Seite an Zugewinn verbuchen kann, geht allein auf das Konto der Union. Bei Grün-Rot können die Grünen noch einmal zulegen, aber den nochmaligen Verlust der SPD nicht ausgleichen. Mit 57 Prozent würde es auch für Schwarz-Rot für eine Mehrheit reichen.

Mehr Frauen würden die Grünen wählen


Schaut man sich die Werte für die verschiedenen Parteien an, ergeben sich interessante Details. Die CDU kommt insgesamt auf 39 Prozent, vier Punkte mehr als bei unserer Septemberumfrage. Sie erfährt den größten Zuspruch bei der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen. 49 Prozent von ihnen würden christdemokratisch wählen. Zweitstärkstes Kontingent sind die 60-Jährigen und Älteren; 48 Prozent von ihnen würden ihr Kreuz bei der CDU machen. Am schwächsten schneidet sie mit 27 Prozent bei den 35- bis 44-Jährigen ab. Im Übrigen würden genauso viele Frauen wie Männer ihre Stimme der CDU geben.

Die Grünen dagegen sind entschieden weiblicher. Insgesamt 33 Prozent der befragten Frauen würden Grün wählen, aber nur 24 Prozent der Männer. Die Grünen sind genau dort stark, wo die CDU schwach ist – also bei den 35- bis 44-Jährigen, und umgekehrt. Insgesamt untermauern die Grünen mit rekordverdächtigen 28 Prozent (September: 27) ihre Position als zweitstärkste politische Kraft im Land.