Umfrage von Stuttgarter Zeitung und SWR Die SPD liegt im Südwesten erstmals vor der CDU

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch im Landtag: im Hintergrund verfolgen Winfried Kretschmann (Grüne) und Thomas Strobl (CDU) seine Rede. Foto: dpa/Bernd Weissbrod
Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch im Landtag: im Hintergrund verfolgen Winfried Kretschmann (Grüne) und Thomas Strobl (CDU) seine Rede. Foto: dpa/Bernd Weissbrod

Getragen vom Erfolg im Bund legen die Sozialdemokraten in Baden-Württemberg stark zu. Genauso wie die FDP. Das zeigt der neue BWTrend. Die Grünen bleiben zwar stärkste Kraft, sind allerdings auch schwächer als bei der letzten Landtagswahl.

Politik/ Baden-Württemberg: Rainer Pörtner (pö)
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Stuttgart - Erstmals liegt die SPD in Baden-Württemberg vor der CDU. Rund sieben Monate nach der Landtagswahl und knapp drei Wochen nach der Bundestagswahl kommen die Sozialdemokraten im neuen BWTrend auf 20 Prozent. Das ist fast doppelt so viel wie bei der Landtagswahl im März, als sie elf Prozent holten. Der BWTrend ist eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der Stuttgarter Zeitung und des SWR.

Wenn an diesem Sonntag in Baden-Württemberg Landtagswahl wäre, käme die CDU nur auf 17 Prozent. Sie liegt damit noch einmal deutlich unter ihrem bisherigen Rekordtief aus der März-Wahl (24,1 Prozent). Stärkste Partei bleiben die Grünen, sie würden mit 27 Prozent aber ihr Rekordergebnis aus der Landtagswahl (32,6 Prozent) deutlich verfehlen. Für Grüne und CDU, die beiden baden-württembergischen Regierungsparteien, hat sich allerdings auch die bundespolitische Stimmung im Vergleich zu März verschlechtert.

Die baden-württembergische FDP würde mit 15 Prozent ihr Ergebnis aus dem März (Landtagswahl: 10,5 Prozent) übertreffen. Die AfD käme ähnlich wie im Frühjahr auf 9 Prozent (Landtagswahl: 9,7 Prozent). Die Linke (Landtagswahl: 3,6 Prozent) und die Freien Wähler (Landtagswahl: 3,0 Prozent) hätten ebenfalls ähnlich wie im März jeweils 3 Prozent in Aussicht. Die Sonstigen Parteien kämen zusammengenommen auf 6 Prozent.

Zufriedenheit mit Corona-Politik

Rund fünf Monate nach Amtsantritt zeigt sich eine Mehrheit der Baden Württemberger zufrieden mit der bisherigen Leistung der grün-schwarzen Landesregierung. Ähnlich wie im Vorfeld der Landtagswahl äußern sich aktuell 58 Prozent der Wahlberechtigten lobend über das Stuttgarter Kabinett, 38 Prozent sind hingegen weniger oder gar nicht zufrieden. Im Ländervergleich liegt die Landesregierung damit im Mittelfeld.

Der populärste Landespolitiker ist auch in seiner dritten Amtszeit der Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Allerdings kann er nicht ganz an seine hohen Popularitätswerte aus dem März anknüpfen. Aktuell sind knapp zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg zufrieden mit der Arbeit des Ministerpräsidenten, ein knappes Drittel zeigt sich weniger oder gar nicht zufrieden. Thomas Strobl, CDU Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident, überzeugt aktuell ein knappes Drittel der Bürgerinnen und Bürger, 40 Prozent üben Kritik an seiner Arbeit.

Auskünfte von 1162 Wahlberechtigten

Die Umfragewerte des neuen BWTrend beruhen auf den Auskünften von 1.162 Wahlberechtigten in Baden-Württemberg. Diese wurden vom Berliner Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap in der Zeit vom 7. bis 12 Oktober 2021 telefonisch befragt.

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