ExklusivUmfrage von StZ und SWR Guido Wolf macht keine gute Figur

Landespolitik: Thomas Breining (tb)
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A propos Wolf: Insgesamt erfährt er nur 24 Prozent Zustimmung, auf der anderen Seite aber 27 Prozent Unzufriedenheit. Bei einem solchen Unterschied sind Vergleiche nur beschränkt aussagefähig. Aber die Zahlen legen nahe, dass Kretschmann und Wolf in ähnlichen Zielgruppen erfolgreich um Sympathie buhlen; beide kommen bei Männern etwas besser an als bei Frauen, beide auch bei Älteren mehr als bei Jüngeren. Beide wissen, dass sich jüngere Leute nicht sehr für Politik interessieren – für Landespolitik schon gar nicht. Es mag Wolf ein Trost sein, dass 20 Prozent der 18- bis 29-Jährigen angaben, Kretschmann nicht zu kennen. In der Gruppe hat auch Wolf noch erheblichen Nachholbedarf: 51 Prozent der Befragten in dieser Altersklasse sagte der Name Guido Wolf nichts.

 


 

Insgesamt antworteten 47 Prozent der Befragten, sie würden Guido Wolf nicht kennen oder könnten ihn nicht beurteilen. Da muss der CDU-Spitzenmann noch einige Touren durchs Land machen, um diese Zahlen zu drehen. Seine Sommertour hat allerdings nicht viel gebracht, denn im Vergleich zur März-Umfrage haben sich Wolfs Werte eher verschlechtert als verbessert.

 


Die Schwäche Wolfs zeigt sich auch, wenn man fragt, wem die Wahlberechtigten ihre Stimme geben würden, wenn sie den Ministerpräsidenten direkt wählen könnten. Kretschmann gewinnt mit 53 Prozent gegen Wolf (14 Prozent); der bekommt aber immerhin noch mehr Zuspruch als der SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid, den acht Prozent der Befragten zum Regierungschef wählen würden.
 


Auch da ist es wieder so, dass mit 44 Prozent mehr CDU-Anhänger Kretschmann wählen würden als den CDU-Mann; Wolf bringt es im CDU-Lager nur auf 29 Prozent. Auch wenn man die Spitzenkandidaten der großen Parteien zu den denkbaren Duellen paart, macht Wolf keine gute Figur. Kretschmann gewinnt immer, mit 62 zu zehn Prozent gegen Nils Schmid, mit 58 zu 16 Prozent gegen Wolf. Im Derby der Verlierer zieht Wolf aber auch gegen Schmid mit 28 gegen 32 Prozent den Kürzeren. Interessant in der Konstellation ist, dass sich auch FDP-Anhänger knapp (34 gegen 33 Prozent) für Schmid entscheiden würden. Aber auch die AfD-Fans neigen, wenn schon, dann eher zu Nils Schmid (24 Prozent) als zu Guido Wolf (15 Prozent).

Nils Schmid bleibt stabil

In diesen Gegenüberstellungen kommt der Sozialdemokrat Schmid eigentlich zu schlecht weg. Denn er ist der einzige der vier Spitzenleute, der nicht an Zustimmung verloren hat. 41 Prozent der Befragten sind zufrieden mit Schmids Job. Das sind so viele wie im März. Schmid hat sich seit zwei Jahren deutlich empor gearbeitet, 2013 konnte er erst 34 Prozent Zufriedene verbuchen. Seit März haben Kretschmann, Wolf und auch der FDP-Frontmann Hans-Ulrich Rülke verloren – Schmid aber nicht.

Oppositionspolitiker zu sein, ist kein Zuckerschlecken. Das gilt auch für Rülke. Wie sein CDU-Kollege Wolf erfährt auch er mehr Ablehnung (14 Prozent) als Zustimmung (zehn Prozent). Für 74 Prozent der Befragten aber ist Rülke ein unbeschriebenes Blatt, sie kennen ihn nicht oder können ihn nicht einschätzen.
 


Lösgelöst von einzelnen Personen ist die Zufriedenheit der Befragten mit der grün-roten Landesregierung seit März zwar um vier Punkte gefallen, mit 59 Prozent Zustimmung bei 38 Prozent Ablehnung aber auch im bundesweiten Vergleich weiterhin hoch – hier ist die CSU-geführte bayerische Landesregierung mit 69 Prozent Zufriedenheit führend vor Hamburg (67 Prozent), Niedersachsen und Brandenburg (jeweils 60 Prozent) und Baden-Württemberg. Zum Vergleich : die große Koalition in Berlin bringt es auf 53 Prozent Zustimmung, liegt also sechs Punkte unter der Südwest-Landesregierung.

Dass sich solche Zufriedenheitswerte in der Wahlkabine letztlich aber nicht gewinnbringend niederschlagen müssen, legen die anderen Zahlenergebnisse dieser Umfrage nahe. Es bleibt also spannend.

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