Umfrage vor einem Wahllokal Im Wahlkampf fehlen die aussagekräftigen Slogans

Wir haben uns unter Wählern umgehört, die in Heslach ihr Kreuzchen gemacht haben. Foto: Achim Zweygarth 7 Bilder
Wir haben uns unter Wählern umgehört, die in Heslach ihr Kreuzchen gemacht haben. Foto: Achim Zweygarth

Bis 18 Uhr konnten die Stuttgarter über ihren neuen OB abstimmen.Wir haben uns vor einem Wahllokal in Heslach umgehört: Für die Menschen dort sind eine familienfreundliche Politik und das Thema Stuttgart 21 sehr wichtig. Doch wer am Ende ins Rathaus einziehen soll, dazu gibt es verschiedene Meinungen.

Lokales: Sybille Neth (sne)
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Stuttgart - Stuttgart 21 bleibt Thema Nummer eins. Für diejenigen, die am Sonntag ihr Kreuzchen in einem der beiden Wahllokale im Generationenhaus Heslach gemacht haben, geht es jetzt darum, wie das Projekt ausgestaltet wird. Auch der Ausbau der Kinderbetreuung und das Versprechen auf eine insgesamt familienfreundliche Politik waren ausschlaggebend für die Wahlentscheidung zum Beispiel jener von Constanze Bühner. Den Wahlkampf fand sie alles in allem gut, bis auf die Brezelkampagne von Sebastian Turner: „Das Logo ist furchtbar. Aber das ist Geschmackssache.“ Von Hannes Rockenbauch habe sie mehr erfahren und für den zweiten Wahlgang tippt sie darauf, dass Bettina Wilhelm zu Gunsten von Fritz Kuhn aufgeben wird.

Im Internet den Wahlkampf verfolgt

„Der Rückzug von Rockenbauch für Kuhn wäre eine tolle Idee“, sagt Sascha Mick. „Ich verstehe nicht, dass Rockenbauch immer noch behauptet, er könne Stuttgart 21 stoppen.“ Stuttgart sei mit einem konservativen Stadtoberhaupt in der Vergangenheit immer gut gefahren, deshalb hätten die Grünen mit Kuhn auch einen ihrer konservativeren Leute aufgestellt, kombiniert er. „Vom Wahlkampf habe ich nicht viel mitbekommen bis auf die vielen Brezelplakate“, sagt Mick.

 

 

 

 

Hanna Kölbl hat die Kandidatenvorstellungen auf dem Internetportal Youtube verfolgt, denn sie war zwei Wochen verreist. „Ich wusste aber schon vorher, wen ich wähle. Als Bürgermeister wünsche ich mir jemand Gesetzteres, obwohl ich die Ideen von Rockenbauch charmant finde.“ Für den 21. Oktober wünscht sie sich, dass es Kuhn wird. „Den finde ich sympathisch.“ Christian Meyer konnte keiner der aussichtsreichen Kandidaten, inklusive Bettina Wilhelm überzeugen. „Es gab keine aussagekräftigen Slogans.“ Auch in den Reden waren für Meyer zu viele „austauschbare Allgemeinplätze“ zu hören. „Für mich ist die Gestaltung des neuen Stadtviertels, das durch Stuttgart 21 entsteht, sehr wichtig“, betont er und tippt darauf, dass Sebastian Turner im zweiten Wahlgang das Rennen machen wird.

Forderungen an den neuen Rathauschef

Durch die Stadtspaziergänge der StZ fühlte sich Birgit Krüger-Lang gut informiert. Sie hat alle Veranstaltungen im Internet mitverfolgt. „Ich fand nur schade, dass Jens Loewe nicht dabei war, denn der hat doch einen gewissen Bekanntheitsgrad.“ Wahlentscheidend sei die Berichterstattung für sie aber nicht gewesen. „Ich habe mich zwischen Kuhn, Rockenbauch und Loewe bewegt“, und besonders wichtig ist ihr, dass Stuttgart 21 „einigermaßen gut gebaut wird, wenn es jetzt schon gebaut wird.“ Ihre Prognose: „Kuhn macht’s.“

Das glaubt auch Hubert Grosser. „Wir brauchen wieder Frieden in der unendlichen Auseinandersetzung um Stuttgart 21.“ Vom neuen Stadtoberhaupt wünscht er sich die Förderung von Wirtschaft und Ausbildung. „Wir brauchen verstärkt die Forschung für neue Technologien wie die Nanotechnologie oder die Steigerung der Energieeffizienz.“ Dies könne der mittelständischen Wirtschaft zugute kommen. „Schuster hat da gute Ansätze gemacht“, findet er. „Der oder die Neue wird es nicht leicht haben.“

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