Umfrage zur Landtagswahl Kopf-an-Kopf-Rennen: Jetzt ist alles offen

Sicher scheint nach den aktuellen Umfragen vor allem eines: Manuel Hagel und Cem Özdemir dürften nach der Wahl wohl eine Regierung bilden. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Es ist wieder passiert: die CDU hat ihren Vorsprung in Umfragen vor einer Landtagswahl aufgebraucht. Trotzdem ist noch alles offen, kommentiert unsere Redakteurin Annika Grah.

Entscheider/Institutionen: Annika Grah (ang)

Es ist wieder passiert. Die CDU hat in einem Landtagswahlkampf ihren komfortablen Vorsprung gegenüber den Grünen verspielt. Noch im Oktober lagen die Christdemokraten neun Prozentpunkte vor den Grünen. Jetzt ist der aufgebraucht. In der letzten Umfrage vor der Landtagswahl stehen die beiden alten und vermutlich auch neuen Koalitionspartner bei 28 Prozent.

 

Ein Vergleich mit 2016 oder 2021 hinkt

Sicher ist damit eigentlich nur eines. Es wird eine lange Wahlnacht, in der auch lange nichts feststehen kann. Denn diese Umfragen vor den Wahlen beinhalten immer ein ordentliches Quäntchen Unsicherheit.

Und bei allem Jubel der jetzt bei den Grünen ausbrechen dürfte. Ein Vergleich mit 2016 oder gar 2021, als die Partei damals noch mit Winfried Kretschmann ihr historisch bestes Ergebnis einfuhr, hinkt. Denn sowohl vor fünf als auch vor zehn Jahren hatten die Grünen es geschafft, noch vor der Wahl in Umfragen auf Platz eins zu gelangen – auch dank eklatanter Fehler der damaligen Spitzenkandidaten Guido Wolf und Susanne Eisenmann.

Solche Fehler hat CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel nicht gemacht. Sonst wären die Umfragewerte der CDU nicht so stabil. Aber die Kampagne seiner Partei hat ganz offenbar nicht gezündet. Geholfen hat offensichtlich auch nicht, dass die Christdemokraten im Schlussspurt des Wahlkampfs ihre Strategie geändert und auf Angriff geschaltet haben.

Mit der Fokussierung auf Cem Özdemir lagen die Grünen richtig

Was sich aber bereits ablesen lässt: Die Grünen haben mit ihrer personalisierten und auf Spitzenkandidat Cem Özdemir zugeschnittenen Kampagne ganz offensichtlich einen Nerv getroffen, auch wenn die Grünen dieses Mal ohne Amtsbonus in den Wahlkampf gezogen sind. Anders ist nicht zu erklären, dass immer noch 47 Prozent den Grünen als gern als Nachfolger von Ministerpräsident Winfried Kretschmann sähen.

Doch gewählt wird am 8. März nicht der Ministerpräsident, sondern der Landtag – zum ersten Mal können die Wählerinnen und Wähler wie bei der Bundestagswahl zwei Stimmen abgeben für Partei und Direktmandat in ihrem Wahlkreis. Wie sich das am Ende bei einem so knappen Rennen auswirken wird und wo am Ende die entscheidenden Stimmen fehlen werden, ist schwer vorherzusagen. Und so ist vor allem eines klar: entschieden ist die Wahl erst am Sonntag.

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