Umfrage zur Landtagswahl Wie stark ist die AfD wirklich?

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In der aktuellen Umfrage für Baden-Württemberg kommt die AfD auf acht Prozent. Die Erfahrung der Vergangenheit legt nahe, dass es erheblich mehr sein könnten. Denn Sympathisanten rechter Gruppierungen bekennen sich kaum offen zu ihren Präferenzen.

Die AfD hat im Moment gut Aussichten, in den Landtag zu kommen. Foto: dpa
Die AfD hat im Moment gut Aussichten, in den Landtag zu kommen. Foto: dpa

Stuttgart - Die AfD bei acht Prozent – das macht Beobachter nachdenklich. Nicht nur wegen der Zahl, sondern auch darum, weil Sympathisanten von – zumal rechten – Protestlagern ungern Farbe bekennen. Am 19. März 1996, fünf Tage vor der Landtagswahl, veröffentlichte die Stuttgarter Zeitung die Ergebnisse einer Umfrage. Darin wurden die „Republikaner“ auf 4,5 Prozent taxiert, bei der Wahl schafften sie 9,1 Prozent. 1992 waren die Rechtsausleger mit 10,9 Prozent in den Landtag gekommen. Verbergen sich hinter den acht Prozent für die Alternative für Deutschland auch diesmal weit stärkere Bataillone?

Stabile Trends

Auf längere Sicht zeigen die Werte von Wahlen und Umfragen im Südwesten stabile Trends, die jetzt von der AfD aufgemischt werden. Die CDU verliert tendenziell, von 44,8 Prozent bei der Landtagswahl 2001 auf nun 37 Prozent. Trotz eines Aufbäumens auf 43 Prozent im November 2013 weist der Weg der Union dezent nach unten. Das könnte sich mit dem weiteren Erstarken der AfD verfestigen.

Auch die SPD baut eher ab, von 33,3 Prozent bei der Wahl 2001 auf jetzt 18 Prozent; die Sozialdemokraten mussten das Aufscheinen der Linken verdauen, die an ihrer Klientel nagen, im Land aber bei drei Prozent dümpeln. Bei der FDP gibt es gewaltige Ausschläge, die lange Linie weist aber ebenfalls nach unten. Die Grünen hingegen sind auf Wachstumskurs, von 7,7 Prozent in 2001 auf akut 25 Prozent.

Männer eher konservativ

Bei der aktuellen Umfrage ist zu beachten, dass 22 Prozent der Befragten noch unentschieden waren oder keine Angaben machten. Acht Prozent sagten, sie würden nicht oder ungültig wählen. Das sind 30 Prozent – ein noch erhebliches Potenzial für Wahlkämpfer. Mit 20 Prozent stellen die 30- bis 44-Jährigen die größte Gruppe der Unentschlossenen; das ist freilich genau die Altersklasse, in der die CDU am stärksten punktet – dort schafft sie 50 Prozent! –, aber auch die AfD – sie ist dort mit zehn Prozent zweistellig. Bei Männern würde es die CDU auf 40 Prozent bringen, die AfD auf elf. Frauen tendieren zu den Grünen, sie erhielten dort 31 Prozent. Auch die SPD ist mit 19 Prozent etwas weiblicher; wie die FDP mit sechs Prozent.

 

 

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