Umgebauter Eiswagen wird DJ-Kanzel Die Party kommt mit dem Pop-up-Bus

Der Pop-up-Bus ist auf Outdoor-Partys, wie „Beats out the Bus“ in Degerloch, der leuchtende Mittelpunkt. Foto: Tanja Simoncev

Drei Freunde der elektronischen Musik, ein umgebauter Eiswagen und jede Menge DJ-Equipment: Tim, Tom und Laurin bringen mit dem Pop-up-Bus die Party zu den Leuten.

Stadtkind: Tanja Simoncev (tan)

Auf die Plätze, fertig, Feierei. Wenn der Pop-up-Bus angerollt kommt, dann fehlt nicht mehr viel für das perfekte Party-Set-up. Vielleicht noch eine rollende Bus-Bar und dann kann’s auch schon los- und vor allem abgehen.

 

Darüber denken Tom Schraitle, Laurin Carlo Weiß und Tim Kietz tatsächlich immer öfter nach, dies sei aber noch Zukunftsmusik. „Dafür müssen wir ja erst einmal das passende Gefährt finden“, betonen die drei Freunde, die für ihren Pop-up-Bus einen alten Eiswagen umgebaut haben.

Wenn aus feierwilligen Fremden Freunde werden

Doch zurück auf Anfang und der lag, sehr passend, auf einem Parkplatz. Dort hatte man sich verabredet, um gemeinsam auf ein Event nach Antwerpen zu fahren. „Wir kennen uns jetzt seit drei Jahren und lustigerweise über einen Instagram-Kommentar“, erinnert sich Tim. „Ich wollte Spritkosten sparen und habe gepostet, dass ich Mitfahrer suche.“

Auf der Hinfahrt habe man sich recht schnell gut verstanden, was vor allem auch an einem gemeinsamen Hobby liegt: DJ-ing. „Was uns verbindet, ist, dass wir alle schon sehr lange auflegen.“

DJs, Freunde, Geschäftspartner: Laurin Carlo Weiß, Tom Schraitle und Tim Kietz. Foto: Tanja Simoncev

Musikalisch seien die Drei eher „nischig“ unterwegs. „Das ist wie eine kleine Szene. Nicht so allgemeintauglich.“ Die Rede ist von Dubstep und ja, das gibt’s noch – „und wir feiern’s!“ Mit gewissen Pre-Partys als Pop-up-Base machte man sich auch einen Namen. Anderes Thema.

Pferdeanhänger, Eiswagen, Bus

Aber so erklärt sich auch wie sich die Drei aus Degerloch, Heumaden und Villingen-Schwenningen gefunden haben. „Und drei Jahre später haben wir einfach ein gemeinsames Gewerbe und machen das, was uns verbindet, teilweise auch beruflich. Schon ganz cool.“

Zur Idee mit dem Bus kam es aber auf besagten Partys. „Wir haben immer mehr Equipment gekauft und wussten gar nicht mehr wohin damit. Und dann war klar: Wir brauchen einen Bus oder ein Gefährt.“ Und so kamen den Jungs die wildesten Ideen. „Es stand auch mal ein Pferdeanhänger im Raum“, erinnern sie sich lachend zurück.

Und irgendwann sei der Eiswagen aufgetaucht, auf Kleinanzeigen, noch mit Eistruhe und allem drum und dran. „Und dann ging die richtige Arbeit los, weil wir handwerklich begrenzt begabt sind. Zum Glück hat uns Toms Vater dann beim Umbau unterstützt.“

100 Prozent autark

Nach einem halben Jahr sah der Pop-up-Bus dann ganz ansehnlich aus. Das Equipment wurde erweitert und bekam gerade erst ein Upgrade in Sachen Subwoofer-Boxen. „Das ganze Geld, das wir bis jetzt verdient haben, wurde direkt wieder reinvestiert.“

Was den Pop-up-Bus außerdem auszeichnet, ist, dass er keinen Strom braucht. „Wir sind 100 Prozent autark, was durch unsere Power-Station möglich ist.“ Dadurch sei man auch komplett flexibel, könne in den Wald, aufs Feld oder in die Stadtmitte fahren, wo man eben nur schwer Kabel verlegen kann.

„Letztes Jahr sind wir mit dem Bus 4500 Kilometer gefahren“, erzählt Tim. „Und die spüren wir! Der Bus ist ein Oldtimer, schneller als 120 Kilometer pro Stunde kannst du damit nicht fahren.“ Aber man sei gut damit unterwegs, durch ganz Deutschland, unter anderem bis nach Köln, wo eine ganz besondere Kollaboration stattgefunden hatte: Mit dem Bootshaus, einem der besten und angesagtesten Clubs der Welt. „Das war schon krass.“

Eine Frage des Genres

So kann es weiter gehen. Und bis jetzt waren Tim, Tom und Laurin auch immer dabei, wenn der Bus gebucht wurde. „Wir wollen einfach auch ein bisschen auf unser Baby aufpassen, bis technisch alles einwandfrei läuft“, erklärt Laurin.

Und das Beste: Man bekommt die Jungs als DJs obendrauf, wenn man will. „Elektronisch können wir das meiste abdecken, wollen die Leute allerdings auch nicht an unser Genre binden. Wir spielen zwar viel, aber auch nicht alles.“

Bus buchen, Party bekommen

Grundsätzlich würde man den Bus deshalb auch ohne DJ-Service anbieten. Aber eigentlich gehe es den drei Party-Profis darum ein „All in one“ oder Allround-Konzept anzubieten.

Zum Vergleich, was es sonst benötigt, um ein Event auf die Beine zu stellen: Technik, DJ, Infrastruktur, eine ganze Bühne und vor allem viel Aufwand. Mit dem Pop-up-Bus: Anrollen, in 15 Minuten ready, abgehen.

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