Umgestaltung der Stuttgarter Innenstadt Fiasko mit Ansage

Die Klett-Passage soll auf Vordermann gebracht werden – doch das dauert. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Auch nach Stuttgart 21 bleibt das Quartier am Bahnhof eine Dauerbaustelle. Das ist vor allem deswegen ärgerlich, weil sich entscheidende Gruppen des Gemeinderates in der Vergangenheit einer Diskussion über das Vorgehen verweigert haben, kommentiert Christian Milankovic.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Stuttgart - Die Neuordnung des Bahnhofsumfelds nach Stuttgart 21 wird sich bis Anfang der 30er Jahre hinziehen. Und hier reden wir nicht von der Bebauung der Gleisflächen, sondern von der vergleichsweise überschaubaren Sanierung der Klett-Passage und der Verkehrsberuhigung der Schillerstraße.

 

Unglaubwürdige Krokodilstränen

Diese Hiobsbotschaft der Stadtplaner lässt zum einen nichts Gutes erwarten für die viel größere Aufgabe, neue Stadtviertel zu planen. Zum anderen ist sie ein Fiasko mit Ansage. Seit Jahren bilden Fraktionen im Gemeinderat die Mehrheit, von denen ein Gutteil immer noch nicht darüber hinweg kommt, dass Stuttgart 21 gebaut wird. Diese linke Mehrheit wollte sich folgerichtig nicht mit den städtebaulichen Chancen befassen, die das Projekt bietet. Die nun vergossenen Krokodilstränen sind unglaubwürdig.

Lamento der Verwaltung

Die Bauverwaltung mit Bürgermeister Peter Pätzold an der Spitze verwendete ihrerseits viel Energie darauf, die Komplexität des Vorhabens und allgemein den enormen Arbeitsanfall zu beschreiben. Doch das bloße Skizzieren eines Problems löst dieses nicht.

OB Frank Nopper will, dass die Eröffnung von Stuttgart 21 ein Versöhnungsfest wird. Wenn das nicht von Unsicherheiten getrübt sein soll, wie es weiter geht, muss er die Planungen an sich ziehen und beschleunigen.

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