Umleitung Linie 60 in Fellbach Geduldsprobe dauert mindestens bis Mittwoch

Von Dirk Herrmann 

Die wegen eines Wasserrohrbruchs gesperrte Strecke von Fellbach über Luginsland bis Untertürkheim bleibt länger dicht. Fahrgäste klagen über endlose Wartezeiten und mangelnde Information.

Ein Hinweisschild auf Höhe der Einfahrt von der B14 in die Rommelshauser Straße. Foto: Patricia Sigerist
Ein Hinweisschild auf Höhe der Einfahrt von der B14 in die Rommelshauser Straße. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Als Pendler etwa aus Oeffingen oder Schmiden auf den Bus der Linie 60 angewiesen zu sein, das ist in diesen Tagen kein Vergnügen, sondern eher eine Qual. So empfinden es jedenfalls derzeit Hunderte von Fahrgästen, von denen wiederum etliche ihrem Ärger gegenüber unserer Redaktion Luft verschaffen.

Für den Individualverkehr ist die Strecke bis Freitag dicht

Dieser Erregungszustand dürfte noch eine Weile anhalten. Denn die wegen eines Wasserrohrbruchs an der Steigstraße gesperrte Strecke von Fellbach über Luginsland bis Untertürkheim beziehungsweise zurück bleibt nach Auskunft des Fellbacher Ordnungsamtsleiters Werner Rögele noch voraussichtlich bis mindestens Freitag dieser Woche dicht – zumindest für den Individualverkehr.

Nach aktuellen Stand soll der Linienbus von diesem Mittwochnachmittag, 15 Uhr, wieder fahren können. Für die Autos ist dies nicht möglich. Der Grund sind die hohen Schächte im dort aufgebrachten Schotter. Während der Bus mit seinem hohen Radstand gut drüber kommt, „ist die Bodenfreiheit bei Autos nicht ausreichend.“ Deshalb sollten die Autofahrer unbedingt die Hinweisschilder an der Kreuzung Untertürkheimer und Esslinger Straße beachten „und nicht einfach dem Bus hinterher fahren“, mahnt Rögele.

Autofahrer müssen Ausweichstrecken wählen

Bis Ende dieser Woche müssen Auto- und Lastwagenfahrer also weiterhin Ausweichstrecken wählen – einzige Variante ist der Umweg über die Stuttgarter Straße gen Bad Cannstatt, am Augsburger Platz kurz rechts ab, dann per U-Turn in die Augsburger Straße, die Dietbachstraße hinauf nach Luginsland und weiter nach Untertürkheim. Oder man wählt gleich die große Lösung und weicht auf den Kappelbergtunnel aus bis hinab zum Daimler beziehungsweise zum Neckarpark.

Noch gravierender sind allerdings die Umstellungen für die täglichen Pendler oder auch gelegentlichen Busfahrgäste. Zwar werden alle Haltestationen bis auf eben jene am Loch an der Steigstraße angesteuert. Doch dazwischen, also zwischen der Alten Kelter in Fellbach und der Station in Luginsland, liegt jene Umleitungsstrecke über Bad Cannstatt, „die mindestens 20 Minuten frisst“, so ein Pendler. Das sorgt für längere Fahrzeiten wie auch für ausgedehnte Wartezeiten an den Haltestellen.

Der Ärger vieler Fahrgäste richtet sich insbesondere gegen den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) und die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). Über die Teilung der Buslinie 60 und die damit verbundenen gravierenden Änderungen der Anfahrtszeiten „werden die Kunden in keinster Weise informiert“, schimpft Dietmar Wittkowski aus Oeffingen. Es werde noch nicht einmal in der VVS-App informiert, dass Busse anscheinend nur noch halbstündlich nach Oeffingen beziehungsweise von dort zum Bahnhof Fellbach fahren. „Es gibt auch weder an den Haltestellen noch am Fellbacher Bahnhof in der elektronischen Anzeige Hinweise auf jegliche Änderungen, außer die lapidare Abfahrtszeit der jeweiligen Busse, über die man aber sonst an keiner Haltestelle informiert wird.“

Ein Fahrgast ärgert sich über die schlechte Informationspolitik

Am Montagvormittag wandte Wittkowski sich erneut an die Beschwerdestelle der SSB. „Dort war man sehr ratlos und hielt sich bedeckt mit Aussagen zu der Angelegenheit.“ Motto: Man nimmt Reklamationen eben mal zur Kenntnis, ohne irgendwelche Verbesserungen für die Zukunft in Aussicht zu stellen. Wittkowskis Fazit: „Das ist kundenverachtend in höchstem Maße.“ Und „Eine einzige Farce, wie Fahrgäste der Linie 60 in Fellbach von der SSB behandelt werden.“

Auch in den sozialen Netzwerken sorgt das Thema für Verdruss. Ein Nutzer klagt über „Wartezeiten von bis zu 30 Minuten: „Mehr Busse wären erforderlich, um die zahlreichen Verspätungen und Ausfälle zu vermeiden.“ Ein Wasserrohrbruch sei ein Notfall – und sollte, wie eigentlich üblich, schnellstens behoben werden. „Jedoch nicht hier“, so seine Impression vom Samstag: „Gestern war bereits vor 18 Uhr Feierabend, heute arbeitet keiner!“ Für die Leitungen ist der Zweckverband Landeswasserversorgung zuständig.