Umsonst & Draußen Drei Tage Musik und Internet zum Nulltarif

Von Ralf Recklies 

Bei hochsommerlichen Temperaturen fand auf der Uniwiese am Pfaffenwaldring das 36. Umsonst-&-Draußen-Festival statt. An drei Tagen spielten 18 Bands auf. Erstmals gab es in diesem Jahr auf dem Festivalgelände freies Internet für alle Besucher.

Perfekte Kulisse, tolle Musik: „We Are Rinah“ beim Umsonst & Draußen Stuttgart am Samstag. Weitere Eindrücke zeigt die folgende Fotostrecke Foto:   7 Bilder
Perfekte Kulisse, tolle Musik: „We Are Rinah“ beim Umsonst & Draußen Stuttgart am Samstag. Weitere Eindrücke zeigt die folgende Fotostrecke Foto:  

Stuttgart - Wer sich bei der 36. Auflage des Festivals Umsonst & Draußen (U&D) auf der Uniwiese am Pfaffenwaldring in Vaihingen noch während des Auftritts einer Band weitere Informationen über die Musiker aus dem Internet besorgen wollte, musste dafür nicht den teuren Datendownload des eigenen Mobilfunkanbieters nutzen.

Erstmals haben die Stuttgarter Freifunker das Festivalgelände mit kostenlosem Wlan versorgt. „Rund 300 Besucher haben dieses Angebot genutzt“, sagt Wilhelm Humeriz, Vorstandsmitglied des Stuttgarter Freifunkervereins. Es sei zwar eine große Herausforderung gewesen, das komplette Gelände mit freiem Wlan zu versorgen, doch genau dieser Reiz sei es gewesen, der die Freifunker auf die Idee gebracht hatte, den U&D-Veranstaltern die kostenfreie Dienstleistung anzubieten.

Das Netzwerk an Unterstützern wächst weiter

„Mit den Freifunkern hat sich unser stets wachsendes Netzwerk an Unterstützern weiter vergrößert“, freut sich Roland Brömmel, der bereits seit 32 Jahren zu den Organisatoren des U&D gehört. Dieses ist eines der ältesten Stuttgarter Open-Air-Festivals, bei dem es an mehreren Tagen Musik zum Nulltarif gibt. 18 Bands sorgten von Freitag bis Sonntag für ausgelassene Partystimmung auf der Uniwiese – „und alles hat bisher wieder hervorragend geklappt“, zog Brömmel am frühen Sonntagnachmittag eine erste Bilanz. Sein Wunsch, dass die Trockenheit bis zum Abbau am Montag reichen würde, ging indes nicht in Erfüllung. Am Sonntagabend zog ein Gewitter mit heftigem Regen über Stuttgart und verschonte auch das Festivalgelände nicht – das Programm musste unterbrochen werden. Der Verlauf des Festivals ist unterm Strich trotzdem recht gut gewesen. Auf dem gesamten Festgelände herrschte während der drei Festivaltage ausgelassene und entspannte Stimmung. Der Andrang war dabei zeitweise so groß, dass die Zugänge des Zeltes, in dem am Samstag zum Abschluss des Liveprogramms Andy Frasco and the U.N. aufspielten, wegen Überfüllung geschlossen werden mussten.

Zwölfköpfiges Workcamp unterstützt die Veranstalter

Bereits am Freitag hatten viele Besucher den Weg auf das Festivalgelände beim Unicampus gefunden und ließen sich unter anderem von der Musik der Gruppe Antiheld in den Bann ziehen. Diese hat auch der Koreanerin Gahjun gut gefallen. Die 22-Jährige war Mitglied des zwölfköpfigen IBG-Workcampteams, das die Organisatoren des U&D-Festivals beim Auf- und Abbau sowie während des Festivals unterstützt hat. „Wir haben zum dritten Mal mit IBG zusammengearbeitet und es war wieder perfekt“, so Brömmel. So hat es auch Gahjun empfunden, die in dem Workcamp ihre ersten deutschen Wörter gelernt hat: „Wasser und Kabelbinder“, erzählt sie lachend.

Auch in Stuttgart lebende Flüchtlinge besuchen das Festival

Gut angenommen wurde aber nicht nur das umfangreiche Programm, das der Verein Umsonst & Draußen Kultur binnen eines Jahres ehrenamtlich für die großen und kleinen Gäste mit den Bandauftritten und Kinderangeboten auf die Beine gestellt hatte. Auch die Informationen zum Thema Flucht und Migration, die es in einem eigenen Forum gab, stießen laut Thomas Bock auf eine große und positive Resonanz. Was die Veranstalter des Festivals besonders freut: es wurde auch von einigen in Stuttgart lebenden Flüchtlingen besucht, die damit eine Abwechslung zu ihrem Alltag in den Unterkünften erlebten.

„Wir sind seit jeher offen für alle und für Veränderungen“, sagte Roland Brömmel. Er findet es daher auch gut, dass das Festival längst eine größere musikalische Bandbreite als in den Anfangsjahren hat, „als es hier nur Hardrock und Jazz zu hören gab, während heute regionale Bands aller Stilrichtungen bei uns zu erleben sind“, wie es Roland Brömmel formuliert.

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