Nach zwei Jahren Coronapause lädt der Jugendclub wieder zum Rohrer Seefest ein. Nach Angaben der Veranstalter ist es das älteste nicht-kommerzielle Umsonst-und-Draußen-Festival. Der Gewinn ist für den guten Zweck.

Stadtleben und Stadtkultur : Alexandra Kratz (atz)

Die Organisatoren sind stolz auf die Geschichte des Rohrer Seefests. Denn es ist nach ihren Angaben das älteste nicht-kommerzielle Umsonst-und-Draußen-Festival. Es begann vor rund 50 Jahren mit dem Verein Jugendclub Rohr, der bis heute der Veranstalter ist. Nach zwei Jahren Coronapause ist es an diesem Wochenende, 25. und 26. Juni, wieder soweit. Beginn ist jeweils um 12 Uhr. Unter dem Motto „Ich fühl mich Seefeschd“ wird in der Parkanlage in Stuttgart-Rohr gefeiert. Auf der Bühne spielen insgesamt neun Bands Rock und Metal. Mit dabei sind unter anderem die Newcomer Torrential Rain sowie Dust and Bones.

Das Rohrer Seefest ist mittlerweile über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die Veranstalter sagen, es habe Kult-Status. Für sie bedeutet das jede Menge Arbeit. Jahr für Jahr sind mehr als 80 Helfer im Einsatz. Alle arbeiten ohne Bezahlung, die Bands verzichten auf ihre Gagen. Das Rohrer Seefest finanziert sich ausschließlich aus den Einnahmen aus dem Verkauf von Essen und Getränken. Zusammen feiern, und dabei gutes Tun – das ist es, worum es geht. Denn alles ist für den mildtätigen Zweck. Der Gewinn kommt einer sozialen Einrichtung zugute. Dieses Jahr ist das der Verein Weissenburg. Er ist ein Treffpunkt für Menschen aller sexueller Orientierungen und bietet außerdem Hilfe und Beratung an.

Wer hinter dem Rohrer Seefest steckt

Der Jugendclub Rohr ist eine der ältesten und letzten selbstverwalteten Jugendeinrichtungen im Land. Er organisiert nicht nur das Rohrer Seefest, sondern auch Konzerte und anderen Veranstaltungen in den eigenen Räumen in der Alten Rohrer Schule. Gegründet wurde der Club 1966 als Teil der evangelischen Jugendarbeit. Damals ging es unter anderem um eine Reform der Gottesdienste und eine Auseinandersetzung mit der Bibel, später waren es Themen wie die dritte Welt, der Vietnam-Krieg und der Nahost-Konflikt. Seit 1973 ist der Jugendclub Rohr selbstständig.

Wer es ruhiger mag, ist am Wochenende beim Waldfest des Vereinsrings Rohr willkommen. Es ist ein doppeltes Jubiläum, denn das erste Waldfest fand vor 125 Jahren statt, damals organisiert vom Männergesangverein. Gleichzeitig feiert der Vereinsring Rohr, der heute für die Veranstaltungen auf der Festwiese verantwortlich zeichnet, sein 75-jähriges Bestehen.

In den nächsten Wochen finden auf der Stuttgarter Filderebene und darüber hinaus wieder viele kleinere und größere Stadtteilfeste statt. Unsere Redaktion hat eine Auswahl zusammengestellt.