Umsonst-und-Draußen-Festival in Stuttgart Kerniger Metal und dazu entspannenden Hanfkakao

Von Thomas Morawitzky 

Drei Tage Musik, Kultur und Sonnenschein: Das Umsonst-und-Draußen-Festival auf der Uniwiese in Stuttgart-Vaihingen besticht durch entspannte Stimmung und abwechslungsreiche Bands. Wir haben Fotos vom alternativen Fest.

Auf der großen Wiese am Pfaffenwaldring bei der Universität Stuttgart-Vaihingen findet das 39. Umsonst-und-Draußen-Festival statt. Foto: Lichtgut/Julian Rettig 8 Bilder
Auf der großen Wiese am Pfaffenwaldring bei der Universität Stuttgart-Vaihingen findet das 39. Umsonst-und-Draußen-Festival statt. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Die Sonne scheint seit Tagen, die Luft liegt schwer und trocken auf der großen Wiese am Pfaffenwaldring bei der Universität Stuttgart-Vaihingen. Zum 39. Mal findet dort bis Sonntagabend das Umsonst und Draußen statt, ehrenamtlich organisiertes, eintrittsfreies Musikfestival mit vielen Bands, vielen Speisen, Infoständen und vielen Besuchern schon am frühen Freitagabend.

Wie immer wird die große Außenbühne des Festivals erst von Samstagabend an bespielt; am Freitag finden die Konzerte nebenan im Zirkuszelt statt. Ghost Spark Atom machen dort nach 18 Uhr den Anfang – kerniger Metal alter Schule tobt zwischen den Zeltplanen. The Imaginary Prairie heißt die zweite Band des Abends, junge Musiker, die ihren ersten Auftritt vor wenigen Monaten im Jazzclub Bix hatten, die vom schnellen, funkigen Gitarrenspiel mit wuchtigem Bass hinüber gleiten in schwerelose Saxofonmomente.

Hanfkakao und Gitarrenmusik

Das Publikum im Zirkuszelt ist klein aber gebannt, bei diesen ersten Konzerten. Viele Besucher, die bereits gekommen sind, liegen draußen auf der Wiese, suchen den Schatten, kosten entspannenden Hanfkakao oder lauschen im kleineren Forumzelt am Eingangsbereich des Festivals einem Mann mit Bart und Hut, der mit knarrender Stimme zur Gitarre vom Urlaub in Palermo singt und sich alles wünscht, nur keine Likes auf der bekannten Plattform. Das Forumzelt ist eine Institution des Umsonst und Draußen - später dann, am Samstag, Sonntag, wird in ihm wird diskutiert, über die Digitalisierung, über das Internet, über Freiräume und die Zukunft.

1980 fand das Festival zum ersten Mal statt; vier Jahre später stieg Roland Brömmel, heute Sprecher des Umsonst und Draußen, ein, gemeinsam mit Martin „Himbu“ Himmelsbach, der nun zurückgekehrt ist aus Freiburg, mit seiner Band Offshore am Samstag als Bassist progressiven Rock spielt. Xylospognium aus Winnenden treten Sonntags auf, Gewinner des Wettbewerbs Stagedive, den das Umsonst und Draußen in Kooperation mit dem Bürgerhaus Botnag veranstaltet. Drum herum: Bands jeder Stilrichtung, fast alle zum ersten Mal dabei; ein Kinderworkshop, Figurentheater, eine Lesebühne. Auf der Uniwiese mischen sich die Generationen.

Behörde fordert Sicherheitskonzept

Aber die Zeiten ändern sich und auch dieses Festival, entspannter, friedlicher als jedes andere weit und breit, bekommt das zu spüren. Etwa 15 Macher bereiten das Umsonst und Draußen gewöhnlich vor, über das Jahr hin; rund 100 Helfer packen drei Tage lang auf der Wiese mit an. Für die Sicherheit sorgen 2018 nochmals Ordner aus den Reihen der Veranstalter, zum letzten Mal. Vor Beginn des Festivals, berichtet Roland Brömmel, wurde von zuständiger Behörde ein Sicherheitskonzept eingefordert, das erheblichen Mehraufwand für die Organisatoren mit sich brachte – die Konsequenz: „Im nächsten Jahr werden wir mit gewerblichen Sicherheitskräften arbeiten müssen.“

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