Auf zwei Straßen könnten Fahrradfahrer künftig Vorrang haben – was nicht einhellig auf Freude stößt. Am 4. März will die Stadt Einblicke geben, was sie genau vorhat.
Als im Oktober die ersten Pläne bekannt wurden, fiel das Echo höchst unterschiedlich aus. Denn dass die Stadt Leonberg die Stohrer Straße und die Hindenburgstraße zur Fahrradstraßen machen möchte, gefällt nicht jedem. Besonders die Gewerbetreibenden in der Hindenburgstraße befürchten Umsatzrückgänge. Die Anwohner wiederum sorgen sich um ihre Parkmöglichkeiten.
Das städtische „Referat für innovative Mobilität“ will mit dem Projekt für Radler die innerstädtische Verbindung vom Bahnhof nach Eltingen verbessern und hatte im Oktober 25 000 Euro für erste Planungsleistungen beantragt. Der damalige Oberbürgermeister Martin Georg Cohn (SPD) hatte sich mit Nachdruck dafür ausgesprochen. Doch der Gemeinderat legte die Gelder vorerst auf Eis. Zunächst sollen die Menschen über die Projekte öffentlich informiert werden.
Die Stadt will „transparent“ über Fahrradstraßen informieren
Der Termin dafür steht jetzt fest: Am Mittwoch, 4. März, 18.30 Uhr, gibt es in der Mensa Triangel im Schulzentrum in der Gerhart-Hauptmann-Straße 11 einen Bürgerdialog. Dort will die Stadtverwaltung die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie sowie erste Planungen für eine mögliche Fahrradstraße vorstellen. „Ziel ist es, transparent über die Überlegungen, Chancen und Rahmenbedingungen des Projekts zu informieren“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
Im Anschluss an die Präsentation bestehe „ausreichend Gelegenheit für Fragen, Anmerkungen und den offenen Austausch mit der Stadtverwaltung. Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger sollen in den weiteren Entscheidungsprozess einfließen“, verspricht die Verwaltung. Der Infoabend dauert etwa zwei Stunden. Für eine bessere Planung bittet die Stadt um Anmeldung per E-Mail an mobilitaet@leonberg.de. Interessierte seien aber auch „ohne vorige Anmeldung willkommen“.
Was sagt der Oberbürgermeister Degode zu den Plänen?
Auf einer Fahrradstraße hat der Radverkehr Vorrang. Fahrräder dürfen hier auch nebeneinander fahren, Autos nur eingeschränkt, und sie müssen sich dem Radverkehr anpassen. Wie auf allen innerörtlichen Straßen gilt beim Überholen ein Mindestabstand von anderthalb Metern. Diese Regeln würden auch in der Hindenburgstraße und in der Stohrer Straße gelten, sollten sie zu Radstraßen umgewidmet werden.
Für Anwohner wären ihre Grundstücke weiterhin erreichbar, versichert die Stadt. Ob und wie viele Parkplätze wegfallen würden, das sei noch offen. Der neue Oberbürgermeister Tobias Degode (parteilos) hat sich bisher zurückhaltend zu den Plänen seines Vorgängers geäußert.