Umwelt Protestzug gegen Feinstaub

Von oss 

Rund 900 Demonstranten forderten bei einer Kundgebung in Stuttgart ein stadtweites Tempolimit statt einen neuen Rosensteintunnel.

Die Feinstaubmessungen in Stuttgart ergeben regelmäßig schlechte Werte. Foto: Achim Zweygarth
Die Feinstaubmessungen in Stuttgart ergeben regelmäßig schlechte Werte. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Rund 900 Verkehrs- und Stuttgart 21-Gegner haben am Samstagnachmittag gegen die hohe Feinstaubbelastung auf Stuttgarter Straßen und gegen den geplanten Bau des Rosensteintunnels demonstriert. In einem fast zweistündigen Protestmarsch, zu dem die Bürgerinitiative Neckartor aufgerufen hatte, zogen die Demonstranten mit Trommeln und Transparenten, Atemschutzmasken und Trillerpfeifen vom Friedensplatz im Stuttgarter Osten über das Neckartor und die B 14 zum Verkehrsministerium. Am Neckartor strapazierten sie kurz die Nerven der Polizei mit einer viertelstündigen Verkehrsblockade, die den Anwohnern der Feinstaubmessstelle mit den bundesweit höchsten Werten wenigstens symbolisch eine kurze Atempause verschaffen sollte.

„Feinstaub macht krank“ und „Kaputtgart erstickt“, stand auf Transparenten, ebenso „Rosensteintunnel – nein danke!“ Bei der Abschlusskundgebung vor dem Verkehrsministerium forderten Joseph Michl vom Kreisvorstand des BUND und der Fraktionschef der Grünen im Gemeinderat, Peter Pätzold, ein stadtweites Tempolimit auf 30 oder 40 Stundenkilometer und eine Aufgabe der Pläne für den Rosensteintunnel. Dieser entlaste zwar die Anwohner der Pragstraße, bringe aber andernorts zusätzlichen Verkehr, der dann viele Straßenzüge und Wohngebiete noch mehr belaste. „Der Königsweg heißt Entschleunigung. Der Verkehr muss langsamer werden“, rief Joseph Michl unter Beifall der Demonstranten.

Peter Pätzold von den Grünen geißelte das Regierungspräsidium für seine anhaltende Untätigkeit. Die jüngst vorgeschlagene Pförtnerampel am Neckartor verlagere das Problem nur. Die 90 Millionen Euro für den Rosensteintunnel seien „viel Geld für viel Unsinn“, so Pätzold. Das Lastwagen-Durchfahrtsverbot aber habe gezeigt, dass weniger Verkehr etwas bewirke. oss

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