Umweltfreundlich mobil Neuer Aluminiumsteg wird geplant – Die marode Holzbrücke kommt weg

Seit einem Jahr ist die Holzbrücke über die Körsch gesperrt – nun ist ein neuer Überweg in Planung. Als Material wählen die Planer aber das günstigere Aluminium. Foto: Markus Brändli

Die Brücke aus Bongossi-Holz in Scharnhausen ist seit einem Jahr zu. Das ärgert viele Menschen in Scharnhausen. Nun plant Ostfildern einen neuen Steg aus Aluminium.

Reporterin: Elisabeth Maier (eli)

Die Konstruktion der sogenannten Bongossibrücke nahe dem Schlössle in Scharnhausen ist ein Hingucker. Doch die Substanz des harten Tropenholzes ist marode. Seit April 2025 ist der Holzsteg, der die Scharnhausen mit dem Wegenetz Richtung Scharnhauser Park verbindet, wegen gravierender baulicher Mängel gesperrt. Nach langer Debatte stimmten die Ostfilderner Stadträte mehrheitlich dafür, dass die wichtige Verbindung erneuert werden soll.

 

Geplant wird nun eine Aluminiumkonstruktion, die deutlich weniger kostet. Das sorgte im Ausschuss für Technik und Umwelt des Gemeinderats im Stadthaus für heftige Debatten. Angesichts der angespannten Finanzlage, die Ostfildern wie die meisten anderen Kommunen belastet, ist zudem unklar, wann ein Neubau realisiert werden kann. Nachdem die beliebte Brücke gesperrt worden ist, haben Scharnhausener spontan 200 Unterschriften für den Erhalt gesammelt. Obwohl sich genaue Kosten nicht beziffern lassen, rechnen die Planer der Stadt mit Kosten von rund 260 000 Euro. Bei einer Holzkonstruktion kämen weitere 75 000 Euro hinzu – außerdem wäre da die Pflege deutlich aufwendiger. Das sei allerdings nur eine vage Schätzung, sagt Lübke. Denn das Fundament müsse noch untersucht werden. Eventuell kommen da weitere Kosten hinzu.

Am harten Tropenholz Bongossi nagte der Zahn der Zeit, sodass der Übergang aus Sicherheitsgründen gesperrt wurde. „Um aus der Ortsmitte den Weg in Richtung Schlössle und weiter in Richtung Scharnhauser Park zu gehen, bietet sich die Fußgängerbrücke als direkteste Verbindung an“, sagte Bürgermeister Michael Lübke in der Sitzung. Dennoch gibt es aus seiner Sicht Alternativen, „die nur geringfügig weiter sind und daher vertretbar.“

Der Holzsteg war ein wichtiger Übergang vom Schlössle nach Scharnhausen. Foto: Markus Brändli

Dennoch ist der Weg über den Steg gerade für Radfahrer und Wanderer attraktiv, da die Strecke frei von Autos und damit vom Straßenlärm ist. Das idyllische Wegenetz entlang der Körsch mit Streuobstwiesen ist ein attraktiver Naturraum. Außerdem kommen täglich viele Patientinnen und Patienten ins Hippozentrum im Schlössle.

„Es ist bedauerlich, dass man bei der neuen Brücke aus Kostengründen auf das nachhaltige Material Holz verzichten muss.“

Margarete Schick-Häberle, Grüne

Angesichts der hohen Kosten steht der Steg nicht ganz vorne auf der Liste der Prioritäten der Stadt Ostfildern. Marianne Schick-Häberle (Grüne) sieht das anders: „Das ist eine wesentliche Verbindung für Fußgänger und Radfahrer.“ Um mehr Menschen zur umweltfreundlichen Mobilität zu bewegen, mahnte sie eine umfassende Fußwegeplanung an. Dass man aus Kostengründen „auf das nachhaltige Material Holz verzichten muss“, findet sie schade. Wichtig ist ihr, dass Fußgänger ebenso gut über den neuen Steg kommen wie Radfahrer mit Anhängern für Kinder.

„Es gibt keinen Grund, weshalb man die Brücke nicht wieder aktivieren sollte“, sagte Axel Deutsch (CDU). Er verwies auf die vielen Patienten, die im Hippozentrum behandelt werden. Seine Fraktion habe sich schon Ende Januar dieses Jahres an die Stadtverwaltung gewandt, um für den wichtigen Übergang zu werben. Dass 200 Menschen für den Übergang unterschrieben haben, sieht Deutsch als deutliches Zeichen. Seine Fraktionskollegin Ulrike Berger-Kögler regte an, bei einer Alukonstruktion auf Gitterroste zu verzichten. „Kleine Tiere könnten sich da verletzen. Es wäre schade, wenn alle Hundebesitzer die Tiere über die Brücke tragen müssten.“ Dass die Wegeverbindung gebraucht wird, ist auch für Petra Höschel-Gehrung (Freie Wähler) und ihre Fraktion klar. „Hin- und hergerissen“ ist Ünal Yalcin (SPD). Er plädierte für eine Obergrenze bei den Kosten. Mehrheitlich stimmten die Ausschussmitglieder am Ende dafür, dass der Steg weiter geplant wird.

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