Umweltschützer protestieren im Park Esslinger mit Baumkostümen gegen das Baumsterben

Von Johannes M. Fischer 

Die Eltern der Fridays for Future -Generation klagen an: Schaut auf unsere sterbende Bäume!

  Foto: Roberto Bulgrin
  Foto: Roberto Bulgrin

Esslingen - Auch wenn die junge Ökologie-Bewegung Fridays for Future von der Coronawelle überschwappt wurde, untergegangen ist sie offenkundig nicht. Mit auffälligen Verkleidungen machten am Freitagnachmittag die Parents for Future– das ist die Eltern- und Großelterngeneration der ökologiebewegten Kinder und Jugendlichen – im Lieblingspark der Esslinger, der Maille, auf sich aufmerksam. Die Aktion ist von langer Hand geplant, musste aber aufgrund der herrschenden Pandemie kleiner ausfallen als ursprünglich geplant, sagt Anne Newball Duke, eine der Initiatorinnen der Kundgebung.

Die Gruppe wolle „an jene Bäume und Wälder überall auf der Welt erinnern, die in massiver Gefahr stehen, zerstört zu werden“. Die Aktion solle Menschen Mut machen, die teils unter Einsatz ihres Lebens oder unter großem körperlichen und emotionalem Einsatz für den Erhalt von Wäldern kämpfen. In Brasilien, Kolumbien, auf den Philippinen, aber auch in Deutschland, etwa im Hambacher Forst. Die Akteure verkleideten sich als tote und lebendige Bäume, behängt mit Memorials wie „gerodet für Kohle in Kolumbien“. Mehrere Monate habe die Gruppe an den Kostümen genäht, berichtet Newball Duke über die langfristige Vorbereitung.

Auch ein lokales Thema

Dass es sich um ein globales Thema handelt, das auch lokal in Esslingen durchschlägt, zeigt eine Ankündigung der Stadt, in diesem Winter 75 Bäume fällen zu wollen. Sie haben nach Aussage der Stadtverwaltung der Trockenheit und dem Hitzestress der vergangenen Jahre nicht mehr Stand gehalten, sind von Pilzen befallen und teilweise morsch. Die Stadtverwaltung spricht von „Vitalitätsverlusten“. Insbesondere die Birken leiden darunter. Als Ausgleich pflanzt die Stadt 186 neue Bäume.

„Flickmittel“ reichen den Future-Eltern nicht aus

Das aber werde auf Dauer nicht reichen, meinen die Esslinger Parents for Future-Eltern, die sich auch im Esslinger Klimagerechtigkeitsbündnis organisiert haben. So wichtig das Pflanzen von Bäumen auch gesehen werden müsse, es sei am Ende doch „nur ein notwendiges Flickmittel“. Die Extremwetterlagen dürften nicht weiter zunehmen. „Das schaffen wir nur, indem das im Pariser Klimaabkommen vereinbarte Ziel eingehalten wird, die Erderwärmung nicht auf mehr als 1,5 Grad ansteigen zu lassen“, so die Ökologiegruppe. Konkret in Esslingen könne dazu beitragen, Dächer und Fassaden zu begrünen, Luftschneisen zu erhalten, neue Asphaltwüsten zu vermeiden und Steingärten konsequent zu verbieten. Konzepte seien da. Jetzt gehe es darum, sie umzusetzen, „und zwar am besten in Zusammenarbeit vom Grünflächenamt mit einer engagierten Bürgerschaft“.




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